Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

16. Juli 1694 · Seite 245r · Scan 518
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[245r] 1694
Zeilen 10–11
Pater Œconomus donat Kalcheren piscem.
(lat) Pater Statthalter schenkt Kalchrain einen Fisch.
Zeilen 19–20
Iterum pisciculos in Clingencell.
(lat) Nach Klingenzell schickt er erneut kleine Fische.

Transkription

Iulius
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rüehwig durchpasßiert, bin ich am Morg-
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en bÿ aller Frühe auf Eschenz gangen,
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in Meÿnung für Herrn Statthalteren zu
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Sonnenberg ein Esßelin Fisch zube-
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kommen: vnnd waren die fischer iusta men-
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te im hürling fang. Ich aber hatte nie-
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mand, fande auch niemand, denn ich
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auf Sonnenberg hette schiken können,
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müsste also vnverrichter Sachen wider nacher
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Hauß. Hernach schikte ich eine
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Magdt auf Kalcheren1 mit einem 6a Pfünd-
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igen Barben, denen ich der Frauw Abbtÿssin
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præsentieren, vnnd darmit mich anbe-
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fehlen lasßen. Ware gesinnet Hürling
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zuschiken, aber mann fangte gar wenig.
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Der heütige Tag ist widerumb ganz schön
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vnnd hell geweßen, vnnd ward der mei-
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ste Roggen vnder der Sichel, auch vill vnder
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das Tag nidergelegt. Gegen
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10 Vhren, weilen mir mehr Hürling, als
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ich verlangt, zukommen, hab ich darvon
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ticipiret vnnd vberschikt.
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Der Abendt war ganz schön von edler Sonne,
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vnnd verströstete vnß auch auf morn-
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derigen Tag eines gueten Wetters. Die
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zu Œningen haben heüt ein grosßen Aker
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von Korn nidergelegt vnnd geschnitten,
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dem sie gewillet auf mornderigen Tag ein-
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zuführen.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
1 Die 1331 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Kalchrain lag in der Gemeinde Hüttwilen im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie