Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

11. Juli 1694 · Seite 241v · Scan 511
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Marginalien dieser Seite

Marginalie
[241v]
Zeile 1
1694
Zeilen 4–6
Pater Marianus abit ad Anniversarium in Feldbach.
(lat) Pater Marianus geht zum Jahrzeit nach Feldbach.
Zeilen 18–19
Puella pro furto facto verberatur.
(lat) Ein Mädchen wird wegen eines begangenen Diebstahls gezüchtigt.

Transkription

Iulius
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halteten die Klosterfrauwen heüt ihr gross-
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es Jahrzeit, dahin selbige Frauw Abbtÿsßin mich
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gester auch einladen lasßen. Ich gieng heüt
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nit gern von Hauß, vnnd offerierte der-
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entwegen diße Stöhr dem Herrn Patri Mariano,
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welcher sie gern, mir zu lieb, angenommen,
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vnnd also heüt gegen 7 Vhren dahin spaziert.
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Gegen halber 9 Vhren kam ein Meitlin
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von Pfÿn allhero, bate vmb ein All-
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mußen, vnnd als mann es bis auf den
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Freÿtag abgewisßen, bietete es ein Stük-
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lin rauwe Zwilch feil, welches aber ihme
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niemand wollen abnemmen, auß bÿsorg,
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es were gestohlen. In desßen ist
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nam dem Schlappsak die Zwilch hinwek.a Sie tobete
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vnnd sagte, er habe es ihme gestohlen
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wie ein anderer Schölm vnnd dieb. Ich
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liesß dem Küefer, so noch anwesend,
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diß sagen, er aber laufte ÿlends hinunder
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Knechten im Stad, dem ein gleiches Stuk
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seÿe gestollen worden, vnnd bringte denn
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allhero. Vnderdesßen sagte das Meitlin,
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es warten wolle. Nach vngefahr
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einer halbenb Stund kombt er zuruk, bringt mit
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sich ein dochter auß dem Stad, welche, als
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sie gesehen was für ein Meitlin da steht,
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hatt es dasßelbe gleich erkant, vnnd gesagt,
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haben

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition: Punkt akzeptiert.
b Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "halben" eingefügt.