Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

7. Juli 1694 · Seite 238r · Scan 504
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Marginalie
[238r]
Zeile 1
1694
Zeilen 19–21
Decimantes queruntur per imber et turbines destructos agros.
(lat) Die Zehntleute klagen wegen den von Regen und Sturm zerstörten Felder.

Transkription

Iulius.
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Den 6. Iulii. War der Himel mit Nebel,
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auch die höche der berg mit finsterem
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Nebel bedeket, scheinte mithin die Sonnen
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in etwas hervor, vnnd wähete der vnder-
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Wind: machte doch zimmlich warm Wetter, vn-
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eracht die Sonnen wenig geschinen: so vast den
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ganzen Tag hindurch continuiert. Darüber ein
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ganz rüehwige Nacht gefolget.
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Den 7. Iulii. War der Morgen zimlich fein, vnnd
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scheinte gut wetter werden wolle, das das auf
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dem Veld ligende heüw noch möchte gesamblet
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werden. Aber nach Mittag vngefahr vmb halber
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12 Vhr fieng es an allgemach zuregnen, vnnd
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gab mithin bis auf den Abend sehr starke Schlag-
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Reegen, vnnd Tunderete darzu ettlich mahl.
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Am Morgen vmb halber 10 Vhren kamen Meßmer
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Diener vnnd ettliche andere, so mit ihme wolt-
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en in den Zehendten stehen, beklagten sich,
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daß das verwichenen Sambstag geweste
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vngewitter in der Frucht im Veld sehr grossen
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Schaden zugefüegt, also das nothwendig seÿe,
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den Schaden zubesichtigen, vnnd im Zehendten
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ein Nachlasß zuthun. Ich antwortete,
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Wir hetten den Zehendten am Sonntag ver-
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lehnt, wann es ein Schaden geweßen
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were, hette mann selbigen dorten schon
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wüsßen vnnd melden sollen. Weil dann
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die Verlehnung erst nach dem praetendierten
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Schaden geschehen, finde ich nit, warumb das
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sie ein Nachlasß praetendieren können. Sie
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Antworteten, haben die Velder am Sonntag am
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Morgen

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