Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

9. April 1694 · Seite 175r · Scan 378
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[175r] 1694
Zeilen 5–8
Pater Marianus in Eschenz concionatur Feria 6. Pa rasceves. Feria 6.a Parasceves
(lat) Karfreitag.
Zeilen 21–23
Clingencell non exponit Venerabile in Parasceve etc.
(lat) Klingenzell stellt das Allerheiligste am Karfreitag nicht aus.

Transkription

Aprilis.
1
gen die Stuben gantz lieb, wie sonsten ich
2
auch gern die Kirchen besuecht hette etc.
3
Der Abend war still, aber zimmlich kalt, vnnd
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halb heller Himmel.
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Den 9. Aprilis. War es am Morgen wider sehr kalt,
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vnnd wähete ein sehr kalter vnderluft. Heüt
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gieng Herr Pater Marian nacher Eschenz zu dem Gottsdienst
8
predigte dorten den Passion mit grosßem
9
Nuzen der Zuhörer. Ich schikte auch
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alles Hauß völklin, bis an die Köchin
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dorthin zum Gottsdienst, vnnd verbleib-
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te auch ich bÿ Hauß, in Meÿnung, der
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Nuzen, welche die dienst auß der Predig
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schöpfen werden, sie so vill werth, das
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ich denn ihnen herzlich gonnen sollte, vnnd
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verrichtete ich bÿ Hauß mein Andächt-
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lin in der Einfalt, in Hofnung, der Liebe
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Gott werde mir auch mittheilen, was et-
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wann andere im Gottsdienst zum besten
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gemacht. Nach Mittag bin ich auf
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Clingenzell gangen, in Meÿnung dorten
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das hochwürdigste Althar Sacrament zu-
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Venerieren: es waren aber selbige dienst
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beschäftiget die Kirchen zuseüberen, vnnd
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war desßetwegen die Kirchen verschlossen,
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da aber ich durch daß Höflin hinein gang-
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en, hab ich die Arbeit gesehen, vnnd bin
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derentwegen vnverweilt (zwar durch
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einen Vmbkreiß)a wider nacher Hauß gangen.

Anmerkungen

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