Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

11. April 1694 · Seite 177r · Scan 382
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[177r] 1694
Zeilen 18–21
Pater Œconomus in Kalcheren cantat summum Officium in Die sancto Pascæ .

Transkription

Aprilis
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(Vene)rabile ein Viertel-Stund einfältig vene-
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riert, vnnd bin dann zu Herrn Patri beichtiger,
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mit dißem aber zu der Gnädigen Frauwen gangen
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mit ihren conferiert von dem Rechnungs-tag
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des Hanß Bantli ihres Lehenbaurens
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seelig auf dem Kalcherer1 Hoof zu Eschenz.
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Bin darnach gleich vber Bornhaußen widerumb
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heim gangen. Auf den Abend hatt
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zu dem Reegen ein starker Luft gestosßen,
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welcher die Hofnung zu gutem Wetter auf
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mornderigen tag ganz abgestrekt, vnnd ein
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ganz trüebe vnd Finstere Nacht verursach-
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et.
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Den 11. Aprilis. War Heÿliger Oster-tag, trüeb
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vnnd etwas reegenlecht Wetter. Herr
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Pater Marian celebrierte frühe im Hauß,
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ich aber reitete auf Kalcheren, dahin ich
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vmb das HochAmpt zu singen geladen worden.
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Bin auch dorten gantz recht ankommen,
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vnnd darnach wider nacher Hauß geritten,
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nach demme ich der Frauw Abbtÿsßin ein
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glükseelige Osteren angewünschet. Sie hatt
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zwar mich gantz einständig zu dem Mittag
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Süpplin eingeladen: ich aber hab mich dessen
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entschuldiget, vnnd vermeint anständ-
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iger zu seÿn, das ich bÿ Hauß bÿ den
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vnserigen verbleibe. Der ganze
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vbrige tag war ganz trüeb vnnd
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windig Wetter, doch ohne Reegen, vnnd
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ich gantz schläferig vnnd faul.

Anmerkungen

1 Die 1331 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Kalchrain lag in der Gemeinde Hüttwilen im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie