Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

9. April 1694 · Seite 176r · Scan 380
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[176r] 1694

Transkription

Aprilis
1
hören, sie aber für ein Liechtfertig Mensch
2
tituliert vnnd aussgeschrauwen werden:
3
mit solcher vngestümme, das die anhör-
4
ende sich sehr darab entsezt etc. Vnnd als
5
ein Pak Gelt, darinn 100 Gulden von lauter Ge-
6
nuinera (so der Zeit das beste Silber-Gelt
7
in vnßeren Landen ware) sich befanden,
8
wollte sie dise ganz nit annemmen, mit
9
sagen, mann habe ihren Thaler, vnnd Gold
10
versprochen, nit solches Gelt: mit sagen,
11
die heÿloßen Pfafen haben ihren nit gehalten,
12
haben grosße Obligation gegen ihren: Mann
13
hab ihren abgekündt, hab nit gehalten,
14
vnnd komme mann erst iezt mit solchem
15
Gelt dahär. Etc. In summa sie schmälete
16
eines Schmälens. Nach langem, als die
17
Haußhalterin gesehen, das dem vbel
18
nit abzuhelfen, sagte sie, Sie were nit
19
vmb mit ihren zustreiten ankommen, sonder
20
ihr Andacht zu Constanz zu verrichten:
21
wünschte ihren ein glükseeligen Abend,
22
vnnd gieng mit dem Gelt wider dar-
23
von: im hinabsteigen hatt die frau Oberstin
24
erst recht noch vber sie getonderet,
25
vnnd bis vber daß Hauß hinauf spött-
26
lich geschmält. Ich vermeine nit,
27
daß weder die Haußhalterin, noch ich,
28
weniger Einsidlen solche vnmanierliche Com-
29
plementa verdient. Etc. Doch müsste
30
sie

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.