Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

28. Februar 1694 · Seite 141r · Scan 310
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Zeile 1
[141r] 1694
Zeilen 3–5
Decimantes in Ezwilen rationibus datis, petunt remissionem.
(lat) Nach der Abrechnung bitten die Zehntleute von Ezwilen um einen Nachlass.
Zeilen 11–12
Solvunt lepores promissos pecunia.
(lat) Sie bezahlen die versprochenen Hasen mit Geld.
Marginalie
Boreas frigidissimus.
(lat) Sehr kalter Nordwind.

Transkription

Februarius.
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Den 27. Februarii. Fanden wir am Morgen das Erdtrich
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mit Schnee ganz bedekt, doch nit sonders kalt.
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Gegen 8 Vhren ist ankommen Stabhalter Hanß
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Bach mit sampt den Zehendt-Leüten von Wagen-
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haußen, die haben heüt mit mir vmb den Zehendten
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abgerechnet, ist darbÿ zusehen geweßen, wie
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vill noch ausstehend gebliben. Vnnd vermeinten
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sie ein namhaften Nachlasß zuerhalten: ich aber
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wollte ganz nit einwilligen, sonder alles haben,
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was sie versprochen. Hab auch sie also wider
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entlasßen. Ehe sie abgescheiden, haben
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sie mir vmb die im Summer versprochene
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Haaßen (für deren einen sie mir etwas
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Wildprath verwichenen herpst geliferet,
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vnnd waren iezt noch 2 Haßen ausstehend)
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noch ein reichsthaler bezahlt, darmit ich ganz
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wohl zufriden geweßen.
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Nach Mittag hatt der kalte Ober-Luft mit heft-
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igem braußen widerumb aufgestosßen,
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vnnd sehr frisch vnnd vnlustig Wetter ge-
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macht: continuierte in die ÿtele Nacht,
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ohne einigen vnderlasß. Mann sorgte
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dem Reebstok gar vbel, vnnd ohne daß
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war ein grosßer jammer, wie bis dato so
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vill Reeben erfrohren, vnnd war hier-
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mit iedermann sehr erschroken.
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Den 28. Februarii. Nach demme der sehr kalte Ober-
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Luft die ganze Nacht sich ernstlich hören
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lasßen, hatt er auch den Morgen nit ge-
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schwigen, doch bÿ Aufgang der Sonnen, die
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ganz klar hervor kommen, etwas gestillet,
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aber

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