Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

1. März 1694 · Seite 143r · Scan 314
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[143r] 1694 Margrethæ Sennin hæreditas distribuitur.
(lat) Die Hinterlassenschaft der Margaretha Senn wird verteilt.
Zeilen 10–12
Iacobus Weber rursum ligatur et in Frauenfeld trahitur.
(lat) Jakob Weber wird wieder gefesselt und nach Frauenfeld geführt.

Transkription

Martius
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Den 1. Martii. War es am Morgen bÿ ganz
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hellem Himmel erschröklich kalt. Gegen
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8 Vhren haben wir angefangen der Mar-
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greth Sennin seelig Theilung zu halten,
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wie dann darumb die Acta alle ordenlich
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vorhanden waren, vnnd machten dise richtig.
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Hernach vermeinten Wir auf des Galgen-
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Jogelis Aufrechnung Zuhalten, dahin dann
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die meiste Schulden sich eingefunden: So warden
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aber wir berichtet, das der vogel gestrigen
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Abend vnßers Turgeüws boden wider betretten,
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vnnd auf Burg zu dem Meßmer sich ver-
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füegen dörfena: da dann der Landtgrichts
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diener desßen vnverzoglich berichtet, in
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der Nacht ankommen, ihne gefesßlet, vnnd
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wider nacher Frauwenfeld geführt.
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Weil nunn fernere vnkösten darüber er-
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gehen werden, welche hoch-Oberkeitlich seÿn
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wurden; als hatt mann einmahl die An-
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sprachen aufgezeichnet, damit seiner
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Zeit die Schulden nit mehr müssenb hinzuge-
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ruefen, sonder alles desto eher ver-
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fertiget möchte werden. Seÿnd hier-
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mit die Schuld gläubige abgewißen, vnnd
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auf andere Zeit vertröstet worden.
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Wir vermeinten alle, der Schulden-
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Last seÿe so grosß, das vill darbÿ wor-
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den verliehren müsßen. Nach-
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gends vermeinten wir des Johannes

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "müssen" eingefügt.