Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

28. Februar 1694 · Seite 142r · Scan 312
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[142r] 1694 Pater Marianus in Eschenz Officium Divinum peragit.
(lat) Pater Marianus feiert in Eschenz die heilige Messe.
Zeilen 7–9
Tempestas huius mensis varia, plerunque ventosa et frigida.
(lat) Das Wetter dieses Monats war wechselhaft, meist windig und kalt.
Zeilen 12–14
Pulicum infinita copia in hypocausto nostro.
(lat) Grosse Menge an Flöhen in unserem Ofen.

Transkription

Februarius
1
strichen: darvon alles erschröklich er-
2
frohren. Herr Pater Marianus hatt
3
den Tag zu Eschenz den Gottsdienst an
4
statt des noch kranken Pfarrherren
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wider gehalten, vnnd geprediget.
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Daß Wetter dises ganzen Monats hab ich
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von Tag zu Tag beschriben, vmb zuerfahr-
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en, wie doch der heürige jahrgang
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seÿn werde. War meisten theils
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gantz vngestüm von vnder- vnnd ober-
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Lüften, sehr kalt, vnnd vnlustig Wetter.
12
Ich melde zu dises Monats Außgang ein-
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zig noch diß, daß dißen vnnd vorher-
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ige beide Monat icha in vnßer Gast-
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Stuben mehrmahlen gesehen, vnnd erfahren,
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wie das bÿ den Fensteren eine vnsägliche
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Vile S. V. Flöh sich auß den Kleken herfür
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gethan, sich hin vnnd wider gesezt, die Wand
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hinauf gestigen, vnnd lange Zeit sich ge-
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henkt oder gestellt, bis etwann sie Ge-
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legenheit, den zukommenden an ihre Kleider
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zu springen. Mein meiste Wohnung war
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in dißer Stuben, vnnd erfahrte, das ein-
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mahl ein grausame vile dises vnzifers
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hierinn ware, die mir Tags kein Ruhe
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nit liesßen, vnnd plagten mich vill erger
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als in Hunds-Tagen. Nachdemme aber
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ich vngefahr auf dem boden etwas auf-
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zuheben mich dukte, fande ich vnnd sahe,
30
wie

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.