Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

9. Oktober 1694 · Seite 293r · Scan 614
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[293r] 1694
Zeilen 12–13
Friderici Heubel litteræ suspectæ.
(lat) Friedrich Heubels verdächtige Briefe.
Zeile 28
Pruina.
(lat) Frost.

Transkription

October.
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ihnen auf den Abend wenig aufgestellt worden,
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also das sie schier fasten müesßen, dann wir
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keine Fisch haben könten. Sie waren doch ganz
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willig darzu. Hatten bÿ sich des Meister
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Sohn Benedict Ochsner, so ihnen das Pündtelin
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getragen. Freüwete mich wohl, das sonder-
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lich Bruder Ioseph ankommen, dann hiesigea vnsere
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Haußhalterin ihnen sehr verlangt, mit
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ihme, als ihrem Liebsten bruder vertrauwlich
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zureden: so ich ihren wohl gegonnet. Vmb
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5 Vhren ist einer ankommen, der sich Frideri-
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cum Heübel tituliert, mit briefen, ob were er
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ein bekehrter Prædicant; welcher auch ein
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Beichtzedel von Eÿnsidlen mit sich gebracht,
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darinn Pater Eustachius Reuttiger Professus ibidem
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vnderschriben ware. Weilen aber mich vnsersb
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Patris Eustachii Hand vnnd Geschlechsc wohl be-
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kannt geweßen, vnnd ich hierinn klar
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ersehen, daß diß nit sein Hand, vnnd nit
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sein Geschlecht geweßen (dann sein
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Geschlecht ist Rütti) hab ich disen beicht-
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zedel bÿ meiner Hand behalten, ihme
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ein bazen Allmußen, ein Glaß wein mit
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brodt geben lasßen, vnnd also wider fortge-
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schikt. Der Abend war zwar mit
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bedektem Himmel, iedoch kalt mit Vnderluft.
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Den 9. Octobris. Hatten wir am Morgen in der
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hoche ein zimmlichen, in der Tiefe ein starken
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Reifen; welcher vnßer an dem Reeb-
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stok annoch hangenden Trauben kein Nuzen
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gebracht

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "hiesige" eingefügt.
b Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar.
c Unsichere Lesung.