Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

16. Oktober 1694 · Seite 296v · Scan 621
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[296v] 1694
Zeilen 4–5
Discedunt Capucini.
(lat) Die Kapuzinermönche reisen ab.
Zeilen 9–11
Pater Œconomus ad torcula iterum abit visenda.
(lat) Pater Statthalter bricht erneut zur Besichtigung der Trotten auf.
Zeile 22
Pluvia.
(lat) Regen.
Zeile 29
Venti.
(lat) Winde.

Transkription

October.
1
Den 15. Octobris. Haben wir ein gueten Morgen ge-
2
habt, mit bedektem Himmel, vnnd ganz still,
3
auch ohne Reifen. Pater Henricus Capucinus
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xxxb celebrierte vmb halbera 6 Vhren,
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nam darauf mit sampt seinem Bruder
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ein Gläßlin brandts, vnnd gieng vber Born-
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haußen auf Gintelhart. Nach Mittag
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bin ich zum Theil auß Vertrusß eines acci-
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dentis nacher Eschenz spaziert, vnnd bÿ solicher
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Occasion ein vnnd andere Trotten visitiert,
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darnach in Spicher Keller gangen, wo die
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Zehendt Knecht eben ein Fäsßlin Zehendt-Wein
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gelährt. Ich fande auch, daß mir dermahlen
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eine zimliche Quantitet Wein an Zins-Schulden
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eingangen. Der Abend war, wie
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der ganze Tag ganz still, mit vberzogenem
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Himmel, nit kalt.
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Den 16. Octobris. Hatten wir ein zimmlich stillen Morgen.
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vnnd bedekten Himmel, doch nit sonders kalt.
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vnnd legte sich noch in der Nacht ein diker Nebel
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auf dem Rhein vmb Stein herumb, so her-
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nach sich an die Berg gehenkt, vnnd gegen
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12 Vhren ein zimlich starken Regenc gegeben,
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so den ganzen vbrigen Tag continuierte:
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darvon vnßere bauwleüt nit wenig ge-
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hinderet worden. Darzu gegen dem
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Abend ein raucher kalter Vnderluft ge-
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stosßen, welcher die ganze Nacht hindurchd
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mit zimmlichem Braußen fortgesezt.
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haben heüt vnßere Mägdt ein Hauß-
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Wösch gehabt, darzu vill allerhand hauß-
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rath

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "habber" durch "halber" ersetzt.
b Streichung durch Autor. Rekonstruiert: predigte.
c Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "Nebel" durch "Regen" ersetzt.
d Unsichere Lesung.