Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

3. Oktober 1694 · Seite 288r · Scan 604
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[288r] 1694
Zeilen 13–15
Pater Œconomus Clingencellensis confert de Vindæmiis.
(lat) Pater Statthalter von Klingenzell bespricht die Weinlese.
Zeilen 22–23
Petit subsidium in Ecclesia pro Dominica sequenti.
(lat) Er bittet für den folgenden Sonntag um Unterstützung im Gottesdienst.

Transkription

October.
1
Den 1. aOctobris. Hatten Wir Wetter,
2
wie gestrigen Tag, vnnd war die ganze
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Nacht hindurch ein starkes braußen
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der Winden, darzu es mithin ganz
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ernstlich geregnet. Nam also diser
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Monat ein nasßen vngestümmen Anfang,
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also das es scheinen wollen, ob wollte er
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ehender ein Wasßer- als aber Weinmonat
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geheisßen werden. Den Tag liesß
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ich den brunnen in daß neüwe Wöschhaüß-
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lin zurichten anfangen. Gegen halber
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10 Vhren fieng der Luft an Schnee zu wähen,
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vnnd zwar ganz grosße Floken: möchte
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doch nit zu ligen kommen. Continuierte auch
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der Luft also bis in die Nacht. Gegen
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halber 5 Vhren kam Herr Statthalter von Clingen-
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zell, mit mir wegen des herpstens zu reden:
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demme ich geantwortet, wir wollen dem
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Lieben Gott trauwen, vnnd einmahl bis
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vmb den Monntag warten, hofentlich es
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wohl wider besßer werde. So dann
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bate er, das Herr Pater Marian vnnd ich auf
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künftigen Dominica Sancti Rosarii zu Clin-
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genzell den Gottsdienst versehen wollten;
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welches wir willig zugesagt, dann er
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auf Hilzingen auf selbiges Ohrts Kilbi
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zupredigen verreißen müsste. Vor-
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hero

Anmerkungen

a Eingriff durch Edition im Text. Rekonstruiert. Irrumt des Autors, Verdoppelung des Tagesdatum.