Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

4. Oktober 1694 · Seite 290r · Scan 608
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–3
[290r] 1694 Vindæmiæ inchoantur in Eschenz.
(lat) Die Weinlese in Eschenz beginnt.
Zeilen 9–10
Vinum ex Cell allatum 53 Eymeri.
(lat) 53 Eimer Wein aus Radolfzell werden herbeigeführt.

Transkription

October.
1
Morgena vnnd ganz vberzogenen Himmel; weilen
2
aber es noch kalt, fieng iedermann
3
zu Eschenz an zu wimmlen, vnnd ist also
4
daß Herpsten angefangen. Ich eracht-
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ete, wir besßer noch lenger warten
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werden, rüstete doch allgemach die Ge-
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schirr, darmit alles in der bereitschaft were,
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so vngefahr vnß das Wetter nöthigte.
9
Gegen 6 Vhren kam vnßer Küefer,
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zeitung bringend, das Meßmer Diener
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gestrigen Abend spath mit dem Wein
12
von Cell, so 53 Eÿmer selbiges Mäses
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seÿn sollen, an kommen. Ich befahl also-
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bald, das der Karrer dahin gehen, vnnd
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selbenb zu dem Spicher führen, der Küefer aber
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selbigen mesßen, vnnd in ein absonder-
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lich Fasß verwahren solle; so hofenlich
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geschehen wirdt. Ich hab verhoft,
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das es wenigist 3 Fueder abgeben
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worde: fande also mich ganz vbel betrog-
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en. Wann es auch diser Enden also her-
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gehet, werden wir ein ganz geringen
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Wimmet haben. Heüt waren Vnsere
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Leüt wider beschäftiget, Nusß, vnnd Obs ein-
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zusamlen, was die Wind vnnd Vntreüwe
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Leüt vberlasßen. Nach Mittag hatt
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Meßmer Diener vnß von Cell ein
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zeindlin mit trauben zugebracht, welche
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wir auf den Abend versuecht, vnnd so
30
guet

Anmerkungen

a Ergänzung durch Autor am Seitenrand. Rekonstruiert: "Morgen" eingefügt.
b Ergänzung durch Autor am Seitenrand. Rekonstruiert: "selben" eingefügt.