Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

6. Juni 1694 · Seite 221v · Scan 471
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[221v] 1694
Zeilen 16–17
Pater Marianus petitur in Kalcheren .
(lat) Pater Marianus wird nach Kalchrain gebeten.
Zeile 27
Eo abit .
(lat) Er reist dorthin.

Transkription

Iunius.
1
Den 5. Iunii. War ein schöner Morgen, vnnd
2
ein schönes Tauw. Ich vermeinte bÿ
3
so guetem Wetter in aller frühe auf
4
Schafrath zu gehen, dahin ich ettlich mahl
5
begehrt worden. Gieng darüber einzig
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in das dorf hinunder zu des Weÿbels hauß,
7
damit er mit mir dahin kommen sollte. Fand
8
aber ihne nit daheim. Bin desßetwegen
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gleich wider zuruk auf Freüwdenfels gangen,
10
vnnd weilen den Weÿbel vnderweegs in der Clin-
11
genzeller Rütti angetrofen, mit ihme
12
abgeredt, das Wir künftigen Pfingst-
13
Monntag (alten Calenders) dahin am
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morgen in aller frühe kehren, vnnd begehrter
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masßen den Augenschein einnemmen wollen.
16
Am Abend ist ein bott von Kalcheren1 kommen,
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durch denn selbige Frau Abbtÿsßin begehrt,
18
das Herr Pater Marian auf morndigen Tag sollte
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dahin kommen, Mesß zuleßen: welches er
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gantz willig zugesagt.
21
Der Abendt ist ganz still geweßen, scheinte
22
doch auf Mittnacht ein Wetter zugeben.
23
Ist aber ganz rüehwig gebliben, vsßert das
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etwas Winds geweßen.
25
Den 6. Iunii. Gieng Herr Pater Marian bÿ zimmlich
26
früher Zeit auf Kalcheren, masßen er
27
gester begehrt worden. Hatte daß
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Wetter am Morgen vmb 4 Vhren ganz
29
selzam ausgesehen, vnnd einen zimlich stark-
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en Spruz in das Tauw geworfen,
31
welches

Anmerkungen

1 Die 1331 erstmals erwähnte und 1848 aufgehobene Zisterzienserinnenabtei Kalchrain lag in der Gemeinde Hüttwilen im heutigen Kanton Thurgau.Bibliografie