Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

14. Mai 1694 · Seite 206r · Scan 440
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[206r] 1694
Zeile 6
Tonitrus primum. .
(lat) Der erste Donner.
Zeilen 17–18
Scriba Ruedin appulsus .
(lat) Schreiber Rüedin kommt an.
Zeilen 23–24
Conventus autumnalis iudicialis .
(lat) Herbstgericht.

Transkription

Maius.
1
Masß Wein vorgestrekt, so wir mit ein
2
anderen getrunken, bin ich wider auf Freüwd-
3
enfels gangen. In der
4
Nacht gegen 9 Vhren ist ein dik Finstere
5
Wolken ob vnß hindurch gestrichen,
6
welche angefangen starken Plizg vnnd
7
Tunder zugeben, so das erste mahl ist,
8
so wir bÿ Vnßa in der Näche tonderen gehört.
9
Eß folgte darauf ein guter Reegen,
10
desßen ich vnnd andere wohl erfreüwt
11
geweßen, weilen daß schon lang von
12
beständigem Oberluft ausßgetrochene
13
Erdtrich desßen sehr bedörfen. Vnnd
14
währete das Wetter bis Vast gegen
15
10 Vhren, mit starkem Wind, da es wider
16
still worden. Auf den
17
Abendt erst gegen halber 8 Vhren ist
19
so sich mit einem Gläßlin Wein vnnd
20
Stüklin brodt für disen Abend vernüeg-
21
en lasßen.
22
Den 14. Maii. Halteten wir das gewohnete
23
jahrgricht in dem Kählhoof, demme wir
24
vmb 8 Vhren den Anfang gemacht, vnnd
25
selbiges erst gegen halber 6 Vhren
26
Abendts geendet. Vmb 12 Vhren
27
namen Wir ein Glaß mit Wein,
28
vnnd sizten darnach wider zu Gericht:
29
War auch zimmlich vill zuthuen.

Anmerkungen

a Ergänzung durch Autor im Text. Rekonstruiert: "vns" eingefügt.