Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

9. Mai 1694 · Seite 201v · Scan 431
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–4
[201v] 1694 Balthasar Buel offert vænalem equum .
(lat) Balthasar Bühl bietet ein Pferd zum Kauf an.
Zeilen 6–8
Queritur de tardata solutione 20 florenorum ratione cœmeterii .
(lat) Er beklagt sich über die ausstehende Bezahlung von 20 Gulden wegen des Friedhofs.

Transkription

Maius.
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Nach Mittag ist Balthasar Büel Kirchen-
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Pfleger ab Burg angelangt, mit einem
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Pferdtlina, welches ich ihme abgefelsetb,
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gleichwohl kein alligklichen Schlusß darmit
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tgemacht. Er begehrte beneben, daß
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die wegen des Kirchhofs schuldige 20 Gulden
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ihme durch den Eschenzer Kirchen Pfleger
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abgestattet werden, weilen er deren sehr
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nöthig were. Ich gab ihme desßetwegen
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ein Zedelin an den Eschenzer Kirchen-
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Pfleger, vnnd ermahnete ihnen, die be-
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zahlung zu thuen, damit nit etwann Vn-
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gelegenheit zugefahren seÿe. Liesß
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ihme ein Trunk geben, vnnd also wider
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fort reiten. Der OberWind
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continuierte in die Nacht hinein mit stark-
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em brausen, vnnd vast hellem Himmel.
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Gegen 4 Vhren hatte es das Ansehen,
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ob wollte ander Wetter werden, in demme
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etwas Gewülks von dem Vöhn aufge-
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stosßen sich vor die Sonne gesezt. Allein
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der Oberluft war so mächtig, das er
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den Vöhn hindertreiben, vnnd also den
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Himmel wider ganz hell machen mögen.
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Den 9. Maii. Hatten wir ein ganz holdseeligen
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Morgen, schön hell, frisch, aber nit mit Reifen,
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dergleichen disen Früeling noch kein Tag ge-
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wesen. Eß währete aber nit lang, denn
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gegen oder etwas nach 7 Vhren fieng der kalte
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Ober-

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.