Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

21. Mai 1694 · Seite 210v · Scan 449
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[210v] 1694
Zeilen 12–15
Ioannes Baltisperger fœudum Schaffratense per servum conductitium petit operari .
(lat) Johannes Baltisberger bittet, das Lehen von Schaffrath von einem Knecht als Pacht bewirtschaften zu lassen.

Transkription

Maius.
1
bringen. Eß regnete heüt mithin,
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sonderlich iezt auf den Abendt, vnnd
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ernezte das Erdtrich zimlich wohl:
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war sonsten zimmlich still.
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Den 21. Maii. Hatten wir ein stillen Morgen,
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vnnd verziehete sich das Gewülk all-
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gemach, also das wir ein schönen war-
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men Tag bekommen, so bis nach Mittag
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gegen 3 Vhren gehalten, nachgendts aber
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etwas weniges Reegen mit kalten
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Lüften geben. Eß erscheinten
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heüt wider die Schafrater bauren,
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vnnd begehrte Hanß Baltisperger, das
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er möchte ein Knecht allhero thuen,
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welcher vmb gezimmenden Lohn den hoof
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arbeiten sollte, vnnd also er vnnd die sein-
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ige bÿ dißem Hoof dermahlen annoch
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verbleiben möchten. Ich filzetea
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ihne munter auß, vmb das der Hoof
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dato so schlechtlich gearbeitet vnnd ver-
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sehen worden, desßen er selbsten meiste
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Vrsacchb geweßen, vmb die weilen er
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seinem bruder vnnd Schwager mit der
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Nothwendigkeit, laut versprechens, nit
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bÿgesprungen, vnnd also alles vbel ver-
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saumbt, auch in 7 juchert Veld der-
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mahlen mit Haber nit angesäet seÿen.
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Gab endtlich mein Willen darzu, das ie-
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doch der Knecht alle die Recht gegen der
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Herr-

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.