Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

20. Januar 1694 · Seite 107v · Scan 241
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[107v] 1694
Zeilen 12–13
Cervus in nostro dominio visus.
(lat) Ein Hirsch wurde in unserer Herrschaft gesehen.
Zeile 22
Vacca bubula mactantur.
(lat) Ein Rind wird geschlachtet.
Zeilen 31–32
Processio consueta in Clingencell.
(lat) Die gewohnte Prozession nach Klingenzell.

Transkription

Ianuarius.
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fels gekehrt, ein weniges Mittag Süpp-
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lin genommen, vnnd dann anderen meinen
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Gescheften nachgangen. Schreiber
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Rüedi verrichtete vnder desßen seine An-
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gelegenheiten, vnnd kam erst gegen
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6 Vhren wider allhero, da wir samptlichen
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zum Tisch gesesßen, etc. Nach dem
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Tisch bin ich mit ihme in etwas Streits
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kommen wegen des Schreib-Taxes, ist
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aber alles nur mit Freündtlichkeit gesche-
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hen.
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Mann sagte mir heüt, es habe sich ein
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Hirsch in vnßer herrschaft spühren
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lasßen. Ich könnte aber mir nit persuadier-
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en lasßen, einigen Tritt darumb nachzu-
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schiken, dann solche Thier ihr Stand gar
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geschwind enderen, vnnd liesß also ihnen
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laufen. Der heütige Tag war
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fein, aber ganz mit bezogenem Himmel,
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vnnd streichte der Oberluft zimmlich
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stark. Den Tag hab ich
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wider ein junges Küelin Salva Venia so neüwlich
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erworfen, hernach aber in etwas ge-
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mestet worden, schlachten lasßen: darvon
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hab ich für vnßer Hauß nur ein Lid
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behalten, das vberige alles dem Mezger
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gegeben, mit Obligation, mir nach vnnd
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nach ander Rindfleisch für vnßeren
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Haußbrauch zugeben. Desßen er wohl
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zufriden geweßen.
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Den 20. Ianuarii. War der Morgen kalt, mit halb
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hellem Himmel. Vnnd giengen mann
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von

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