Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

16. Januar 1694 · Seite 105r · Scan 236
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[105r] 1694
Zeilen 6–7
Metus furti, ex absentia canis domestici.
(lat) Furcht vor einem Diebstahl wegen Abwesenheit des Haushundes.

Transkription

Ianuarius
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seelig desto richtiger möchte expediert werden.
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Vmb welche Zeit auch andere mehrere privat
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Geschäft gehabt, die aber hie zuvermelden
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vnnötig. In der Nacht darüber ist
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der VnderWind wider stark angestosßen,
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vnnd vill Vnruhes erwekt. Wir waren
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auf den Abend erst gewahr, das vnßer hauß-
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hund nit anwesend, vnnd zweifleten sehr,
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ob er nit durch etwann passierende Strol-
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chen seÿe hingerichtet worden, desto besßere
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Gelegenheit zuhaben, etwann ein diebstahl
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hier vorzunemmen. Welchem Vrsach ge-
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geben, das iüngst ina der EggMülli dem Müller
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ein Mütt Kernen vnnd auß dem Garten
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aller Köhl, den er dorten wollen vber-
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winteren lasßen, gestohlen worden,
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auch vnlengst einem bauren in Stammen1
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ein Salva Venia Kuhe auß dem Stahl entführt.
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Derentwegen wir allerhand Gedanken
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gemacht, wie etwann der Sach zu thuen, endt-
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lich aber dahin vnß resolviert, das wir alles
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mit grösßerem Ernst dem lieben Gott vnnd
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seiner Wärtesten Muetter, auch vnseren
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Heiligen Patronen, sonderlich St. Antoni von Pa-
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dua befehlen wollen. Eß ist aber der
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Hund, eben da männigklich zur Ruhe
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wollen (war vmb halber 10 Vhren) zu allen
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Vieren springend daher kommen, vnnd sein
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Gegenwart mit bellen verkündet: darab
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wir widerumb Trost bekommen, vnnd also
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zimmlich ruhewig das Geliger gesuecht.
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Den Tag verehrte die Frauw Zu Windhausen
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vnß

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
1 Stammheim war von 1464 bis 1798 eine Zürcher Vogtei, welche die heutigen Gemeinden Ober- und Unterstammheim sowie ab 1501 Nussbaumen umfasste.Bibliografie