Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

22. Januar 1694 · Seite 109v · Scan 245
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[109v] 1694
Zeilen 7–9
Mannlehen ad manus mortuas non permittuntur devolvi.
(lat) Es wird nicht erlaubt, dass Mannlehen an die tote Hand fallen.
Zeilen 29–31
Ioannes Conradus Wegelin diem iudicii dilatum petit.
(lat) Johann Konrad Wegelin bittet, den Rechtstag aufzuschieben.

Transkription

Ianuarius.
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mehrere vnrichtigkeit mit ein anderen,
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die sie nit zertheilen können, vnnd kein
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Gütliche Interposition darbÿ verfangen
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wollen: derentwegen ich mich des Handels
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auch nit stark annemmen, sonder für ein ehr-
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samb Gericht weißen wollen.
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cus von Grüth ein brieflin zugesandt nacher
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Diesßenhofen, in welchem ich die Conditiones
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des Mannlehens erkundiget, weilen
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mir ein Stüklin Wald, so zu einem Mann-
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lehen gehörig, vnnd an vnßeren Wald
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stosßet, feil angetragen worden. Dar-
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über er mir geantwortet, er habe sein Eÿd,
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kein solches Lehen an ein Ewigkeit kommen
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zulasßen: Im fahl aber ich darumb instantias
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machen wolle, müsste er bÿ Herrn Landtvogt
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desßen verwilligung begehren, oder aber ich ein
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anderen Trageren stellen. Ich sahe,
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das der gute Junker mich nit recht ver-
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standen, dann das einzige Stüklin schon
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sein Trager hatte, vnnd nit ein gantz Le-
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hen war, hiermit nit nothwendig were ge-
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wißen, solche bedenken darbÿ zumachen.
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Derentwegen ich, weilen mir wenig daran
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gelegen, alles lasßen gestellt seÿn, vnnd thun-
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licher vermeint, selbigen Stüklin Walds
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mich vberall zumüesßigen.
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Eß hatt auch Herr Wegelin vber daß, so ich vora gester
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durch den Weÿbel ihne berichten lasßen,
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geantwortet, das er künftigen Zinstag
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den Rechts-Tag nit werde besuechen
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können, vmb dieweilen er Monntags vor
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Herrn Landtvogt etwas richtig zumachen
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hette,

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Rekonstruiert: "vor" eingefügt.