Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

15. Januar 1694 · Seite 104r · Scan 234
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[104r] 1694
Zeilen 4–6
Viduae Vrsulæ Bruneggerin querelae contra filios et filias.
(lat) Die Klagen der Witwe Ursula Brunegger gegen ihre Söhne und Töchter.
Zeilen 20–22
Pater Marianus in Eschenz Vina visitat Parochialia.
(lat) Pater Marianus besichtigt in Eschenz den Pfarr-Wein.

Transkription

Ianuarius,
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zu stellen, vnnd etwann ein anderen Tag
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darzu zunemmen, damit mann endtlich
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in Gezimme zum End gelange.
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Nachgends ist vor mich kommen Vrsulaa
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Bruneggerin mit ihren Kindern, die sich
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beklagt, sÿ möge das Leibding von
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ihren Kindern nit bekommen. Wesß-
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wegen vber daß Leibding ein Rechnung
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erforderet, vnnd da ich klar auß indessen
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selbst eigener bekantnus sehen müsßen,
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das der Mutter nit laut Leibdings ge-
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than werde, hab ich ihnen ernstlich zu-
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gesprochen, die Mueter vnklagbar Zu-
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halten, anderst werde ich von Oberkeits
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wegen ein Mittel darinn schafen.
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Ich bin darüber wider auf Freüwdenfels
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gangen, vnnd etwas weniges (dann es
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schon vber 1 Vhr ware) zu Mittag ge-
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spißen, hernach anderen Gescheften
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abgewartet, etc. Herr Pater Marian
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ist vnder desßen in das VnderEschenz hin-
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under spaziert, vnnd wegen des Pfär-
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lichen Weins gegen iezmahligen Herrn Pfarrere
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etwas disponiert etc.
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Der ganze heütige Tag hatte ein bedekten
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Himmel, vnnd sehr kalt, vnnd waren
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die baüm alle mit Pik erweisßet.
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Auf den Abend gegen 7 Vhren hatt es wider
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angefangen Schnee zufallen, der sich gar
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wohl legen können, vnnd so er also fortfahrte
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bis am Morgen, hetten wir ein Tiefen Schnee.

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar: "Vrsula" eingefügt.