Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

14. Januar 1694 · Seite 102r · Scan 230
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[102r] 1694
Zeilen 26–27
Caro cervina in Stein emitur.
(lat) In Stein wird Hirschfleisch gekauft.

Transkription

Ianuarius
1
nen; demme der arme Mann selbsten
2
Vrsach gegeben, in dem er in Meÿnung
3
etwas Früchten etc. aufzumachen
4
ein Kyenholtz angezündt, selbiges in
5
die Wand gestekt, vnnd bÿ solchem Liecht
6
sein Arbeit verrichtet. Nach demme aber
7
er ernstlich fortgearbeitet vnnd deß
8
Feürs sich wenig geachtet, ist dasselbe
9
stärk vnnd vnbändig worden, die Wand
10
stark angezündt, vnnd ein so ernstliches
11
Feüwr gemacht, das demselben nit mehr
12
zu wehren geweßen. Eß bemühete er
13
xxxa vnnd die seinige ihres schlecht Hauß-
14
plünderlin zu salvieren, masßen sie zimmlich
15
vill hinauß gebracht: allein es waren
16
gegenwertig faule heyloße diebische
17
Leüt, die den armen Leüten so gar auch
18
dißes vertragen vnnd gestohlen, vnnd
19
hiermit sie in grosße Armuth kommen.
20
Gott erbarme sich ihrer.
21
Den 14. Ianuarii. War der Morgen, wie die
22
vergangene Nacht gantz still vnnd
23
rüehwig, mit etwas Nebels, so sich an
24
den baüm ie sterker gehenkt, vnnd
25
zimmlich kalt gemacht. Ich schik-
26
te heüt frühe nacher Stein an Meister Chri-
27
stian Grimm den Schlosßeren, ein Magdt,
28
das er deren Zeigen sollte, wo etwann
29
2 hindere Leüf vnnd etwann 7 oder
30
8 Pfund kleiner Stuk guetes Hirsch Wild-
31
präth zubekommen weren, worvon er mir
32
gester

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: sich.