Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

13. November 1693 · Seite 45r · Scan 108
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Zeile 1
[045r] 1693
Zeilen 8–10
Caspar Waybel arguitur vinæarum negligentiorem curationem.
(lat) Kaspar Weibel wird beschuldigt, die Weinberge nachlässig zu pflegen.
Zeile 22
Vinum novum bonum.
(lat) Der neue Wein ist gut.

Transkription

November.
1
ihm hierüber ein Gläßlin brandten Wein
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ein, welches er nit vngern angenommen,
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sich noch vast eine halbe Stund hier
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versaumbt, vnnd schier ein Reüschlin
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bÿ demselben getrunken. Die frauw
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von Windhaußen wollte weder gebrants
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noch vngebranz etc.
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Vor Mittag hab ich dem Caspar Weybel vnserem
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Reebmann wegen des Rebbauws in der
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Fechtnauw auch etwas zugesprochen,
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vnnd sonderlich wegen des Hauß-zinßes
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vnnd Salva Venia ihme gegebener vnnd erhaltener
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Kuhe vill geredt, vnnd gewisen, daß
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sein Reebbauw ihme zimmlich hoch belohnt
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werde, auch verdeütet, es möchte er
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villichter Hauß-zinß zahlen, vnnd die
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Salva VeniaKuhe ihme entzogen werden.
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Eß entrüstete sich der gute mann darab
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zimmlich stark: allein ich vermeinte,
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könne anderst nit thuen, etc. Doch re-
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solvierte ich ganz nichts.
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Vnder dem Mittag Esßen haben wir vnseren
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neüwen Wein, weisßen vnnd rothen
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versuecht, vnnd gefunden, das sonderlich
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der weisße vill Geist hette.
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Nach Mittag kam allhero Meister Hanß Hein-
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rich Hage Müller in hiesiger Mülli vor
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mich, beklagte sich, das mann ihme ein
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Stüklin Vych, so er gleichsam auf ofen-
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em Markt erkauft, paar bezahlt, vnnd
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mit

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