Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

17. November 1693 · Seite 47v_02 · Scan 115
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[047v_02] 1693
Zeilen 14–17
Dominus Conradus Wegelin multum queritur contra fures lignorum suorum.
(lat) Herr Konrad Wegelin klagt heftig gegen die Diebe seines Holzes.

Transkription

November.
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in der Stuben, da wir gespißen zu dem
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Nebentisch gesezt, wo er eben wie wir
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am herren Tisch tractiert worden, mit dem
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was ab vnßerem Tisch getragen worden.
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Ich hab nechsten tag die vnkosten vberschla-
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gen lasßen, vnnd gefunden, das alles vnnd
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alles, laut specification, sich auf 15 Gulden
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erlofen: welches auß der Pfruond der herr-
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schaft wider solle guet gethan werden.
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Den 17. Novembris. In der Nacht ist ein kalter Luft
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angestosßen, welcher Schnee vnnd Reegen
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vnder ein anderen gegeben, vnnd vast den ganzen
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Tag continuiert.
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Gegen 9 Vhren ist Kohlherr Johann Conrad We-
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gelin von Diessenhofen wider ankommen, vnnd
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hatt dahin auch 9 Weibs-Persohnen gebracht,
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welche alle ihme in seinem Holz zu Wind-
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haußen Schaden gethan, vnnd vill vertragen,
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welches alles er von ihnen wider erforderet.
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Ich vermeinte, er sollte barmherzig seÿn,
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vnnd der armen Leüten sich erbarmen: so
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könnte aber ich nichts verfangen, bis endt-
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lich er für 25 oder 30 Klafter, die er
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ihme vertragen zu seÿn, sich erklagt,
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sich entschlosßen 12 Klafter zunemmen.
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wollten aber die arme Leüt nit davona, als
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welche nit Schmalz inn brüen zu kochen hatten,
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vill weniger eigen Holz, oder andere Mittel, das
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sie anders stellen möchten, betteten beständig
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der Gnaden, dennen ich, so gut ich können,
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das Fürwort gethan, aber mehr nit auß-
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richten mögen. Endtlich haben wir die Leüt
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wider heim gehen lasßen, mit befelch, sich zube-
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denken, wie endtlich sie dem herrn ein
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Gnüegen

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.