Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

30. September 1694 · Seite 286r · Scan 600
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[286r] 1694
Zeilen 10–11
Census urgetur in Horn.
(lat) In Horn wird ein Zins eingefordert.
Zeile 15
Venti.
(lat) Winde

Transkription

September
1
Als er eben auß dem Hauß, kamen die
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Knaben des Wÿhrts zu Stigen, brachten
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mir brief, xxxa von Herrn Johannes Gretschen,
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das künftigen Freÿtag der Wimmet zu
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Cell angefangen solle werden. Ich
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hab zu vor schon mit vnßerem Meß-
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mer Abgeredt, das er mit 3,5 Fuder
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Fasß auf Morgen dahin kehren, vnnd dem
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Herpst allem bÿwohnen solle. Bÿ diser
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occasion gab ich ihme auch ein Schreiben
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an Kellmeÿerb zu Horn, deme ich stark
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zugesprochen, die alte zinß bÿ 150 Gulden Capi-
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tahl abzustatten; oder aber ich werde dem
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vnderpfand nachtrachten: masßen ich
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darumben befelch habe. Den
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ganzen Tag durch braußete der Wind
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zimlich ernstlich, wechßlete mit Reegen
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immer ab, vnnd war ganz vngestümm.
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Gegen Abendt scheinte es, ob wollte es
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sich besßeren, vnnd legte sich der Luft
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in etwas weniges: ist aber in der Nacht
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wider ernstlich herfür gebrochen.
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Den 30. Septembris. Wie die meiste Nacht, also
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auch am Morgen war der Wind ganz
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vnwillig, wechßlete wider mit Reegen
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ab, vnnd machte sehr nasße Strasß.
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Vnnd zwar ie lenger ie sterker, also das
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vast alle Nusßen an baumen abgeworfen
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worden

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: deß.
b Unsichere Lesung.