Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

15. Juni 1694 · Seite 227r · Scan 482
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[227r] 1694
Zeilen 16–18
Ioannes Ulricus Hanhard tegularius pretiosus in suis rebus .
(lat) Johann Ulrich Hanhard ist in seinen Geschäften ein teurer Ziegler.

Transkription

Iunius.
1
fünf Vhren auß den Federen hervor ge-
2
lasßen, bin ich zimmlich blöd geweßen,
3
vnnd hab mir schier nit getrauwt zu cele-
4
brieren. Endtlich doch hab ich es gewaget,
5
vnnd bin glüklich fortkommen, darnach
6
aber hab ich ein brüelin genommen, vnnd
7
hab mich wider zu Bett gelegt. Darinn ich
8
bis vmb 3 Abendtsa verbliben, vsßert
9
wann ich ex necessitate darvon aufstehen
10
müsßen, so 2 oder 3 Mahl geschehen, vnnd
11
verspührte ich in meinem Magen zimm-
12
liche Schmerzen vnnd vngelegenheit.
13
Den ganzen vorMittag hatt es zimlich geregnet,
14
vnnd ein Linde geben, das männigklich darab
15
wohl erfreüwt geweßen.
16
Nach Mittag hatt Meister Hanß Vlrich Hanhard von
17
Stekbohrren mir allerlei Ziegel vnnd Kalch
18
an Vendenbach gebracht, die er mir in solch-
19
em Preÿß angesezt, das mir verleidetb,
20
selbige anzunemmen, vnnd deretwegen
21
ihme die Wahren wider zurukgeschlagen.
22
Er hinwider auch gern angenommen, wann nur
23
ich dem Schifmann sein Taglohn bezahle, so
24
ich willig gethan, vnnd hiermit des vngueten
25
Manns mich wider entladen. Der Abend war
26
still.
27
Den 15. Iunii. Hatten wir ein ganz stillen
28
Morgen, vnnd küel, aber ohne Reegen, der
29
Himmel doch war mit Gewülk bezogen,
30
vnnd

Anmerkungen

a Unsichere Lesung: 3 Vhr Abendts.
b Korrektur durch Autor im Text. Nicht lesbar: "verleidet" eingefügt.