Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

26. Juni 1694 · Seite 232r · Scan 492
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Marginalie
[232r]
Zeile 1
1694
Zeilen 8–9
Vigilias ordinat in Eschenz Pater Œconomus.
(lat) Pater Statthalter ordnet einen Wachdienst in Eschenz an.

Transkription

Iunius
1
Aker auf der Vnderbacher Zelg ganz vbel
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zerstampfet, vill wekgehauwen, vill
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wekgezehrt vnnd verderbt seÿe worden,
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vnnd scheze er weniger nit dahin zu seÿe,
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als ein Malter Gersten. Bittete vmb
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Raht. Ich condolierte ihme von herzen,
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vnnd tröstete so gut ich könnte. Befahl
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auch darüber dem Burgermeisteren anzu-
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zeigen, daß mann widerumb ein Wacht
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ordnen solle, damit ins künftig solches
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Stählen verwehrt möchte werden.
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Nach Mittag gegen 4 Vhren hatt sich der himmel
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gegen Nidergang ganz schwarzen erzeigt,
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vnnd trauweten wir anders nichts, als
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ein erschröklich Vngewitter zu erwarten.
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Darzu bald ein starker Sturm gestosßen,
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durch welchen das Gewülk in etwas Zer-
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theilt worden, vnnd bald darüber ein
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guter zimmlich ernstlicher Reegen er-
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folget, der in die Nacht hinein continuiert,
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vnnd daß Erdtrich dapfer ernezt.
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Die Nacht ist ganz still vnnd rüehwig
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geweßen.
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Den 26. Iunii. War der Morgen ganz still,
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vsßert das etwas weniges vnderluft
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gewähet; scheinete xxxa, ob wollte daß
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Wetter sich wider auf helle ziehen. Reg-
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nete doch ein oder ander mahl etwas wenig-
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es: Endtlich aber ist das Wetter noch so gut
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worden,

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: doch.