Transkription
1
Heüt ist der See wider vber al geöfnet wor-
2
den, also das mann bis nacher Gottlieben
3
vnnd Constanz widerumb fahren können,
4
masßen heüt ettliche Schif bÿ zimmlich stark-
5
ema Wind glüklich hinauf geseglet.
6
Die ganze Nacht durch streichte der Luft be-
7
ständig mit etwas Surren vnnd brausen,
8
machte doch kein Vnruhe.
9
Den 18. Februarii. Hatt der Morgen sich halb hellen
10
erzeigt, vnnd war zimmlich kalt, doch ganz
11
leidenlich: vnnd wähete der Luft annoch
12
wie die Nacht durch, doch immer vnnd immer
13
etwas stiller. Welcher endtlich ein
14
schönen Tag gemacht, aber vnaufhörlich geblasen.
15
Heüt ist mann an mich kommen, solle doch auch
16
darzu helfen, daß Jogeli Weber Galgen Jo-
17
geli geheisßen, nit mehr in dem Land ge-
18
lasßen werde. Ich fande ganz gut, daß
19
er anderwerts hin verschikt wurde, er-
20
sorgte aber allezeit, es möchte endtlich dahin
21
kommen, das er an die Volter geschlagen,
22
vnnd endtlich gar das Leben lasßen müsste,
23
hiemit ich durch solche bÿhilf ich irregulari-
24
tatem incurrieren. Endtlich bedenkte mich,
25
vnnd schreibte Herrn Landtvogten ein brieflin,
26
mit einständiger Pitt, den Galgenjogeli
27
etwann anderwerts hin zu verschaffen,
28
damit er der Gemeind, die seinethalben
29
sehr beschwärt were, nit mehr aufge-
30
burdet bleibe, mit Protestieren, ich sueche
31
hierinn anders nichts, als einzig die
32
Ruhe des Lieben Vatterlands. Ich
33
ver-