Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

10. Januar 1694 · Seite 97v · Scan 221
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Zeile 1
[097v] 1694

Transkription

Ianuarius.
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in keinem den guten Schwösteren einigen Ab-
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bruch geschehen könte. Einzig hatt mich
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sonderlich mortificiert, das der Wein gantz
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trüeb geweßen, desßen aber ich kein andere Vrsach
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gewüsst, als weilen der Wein à Vigilia Epiphaniæ
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in selbigem Fäsßlin gelegen, er möchte vnder
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der Zeit etwas vnsauberkeits kriegt haben,
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welche hernach durch das lange bewögena ganz
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vermischet worden: oder aber es möchte villeicht
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der Wein in dem Fässlin im herüber tragen
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gefrohren worden seÿn. Ich zweiflete ersters,
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ob das Fäsßlin wohl sauber geweßen, allein
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es sagte mir die Magt, die solchen gefasset, das
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niemahl am Fäsßlin kein Mangel gewesen.
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Eß waren doch die gute Schwösteren darmit sehr
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wohl getröstet, dann der Wein sonsten gar
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gut ware, vnnd war auch mein befelch, das
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ein recht guter Trunk sollte ihnen geben wer-
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den. Wir bleibten bÿ dem Tisch vast bis ge-
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gen 2 Vhren, vnnd namen darauf Vrlaub,
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vnnd giengen wider den Weeg Zuruk, den wir
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ankommen: welcher vnß allen eben sehr hart
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vorkommen. Endtlich seÿnd wir gegen
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halber 6 Vhr zu Freüwdenfels wider angelangt,
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aber, die Wahrheit zubekennen, so ellend, das ich
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bald nit Kreften gehabt, mich zur Nothdurft
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zubewögen, vnnd fiehl mich darüber ein
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so starker Tschuder an, das dißer mich gantz
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erschütteret, allen Lust zu Esßen genommen,
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aber starken durst hinwider xxxb, vnnd endt-
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lich, da ich schon in der Ruhe war, ein Salva Venia
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Vomitum erwekt. Ich saumbte
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vnder desßen etwas weniges zu Stigen bÿ dem
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Wyhrten, theils mich befragend, wie etwann
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die

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Streichung durch Autor. Nicht lesbar.