Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

7. Januar 1694 · Seite 94v · Scan 213
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[094v] 1694
Marginalie
Ventus frigidus.
(lat) Ein kalter Wind
Zeilen 19–21
Dominus Ioannes Gretsch in Gruenenberg frustra nos exspectarat.
(lat) Herr Johannes Gretsch hat mich vergeblich in Grünenberg erwartet.
Zeile 27
Auster frigidissimus
(lat) Sehr kalter Wind (hier: Biswind).

Transkription

Ianuarius.
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vnnd güetlichem bericht gegen ein and-
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eren. Desßen sie wohl zufriden gewesen,
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mich pittend, ich wolle den Meßmer vor
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mich bescheiden, vnnd sie vereinbahren.
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Ich könte diß nit verneinen: allein weilen
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heüt selbiges nit möglich, wolle ich ein
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anderen gelegenen tag darzu bestimmen,
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vnnd den durch den Weÿbel ihnen wüssen-
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haft machen. Waß dann Bantli baur
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vber den Sohn vnnd sein Frauw erklagt,
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habe er heüt mit ihme geredt, vnnd ver-
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meine, er seÿe iezo schon in allem
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content; sagte Benedict Volmann.
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Der rauche OsterWind blaste dermasßen
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den ganzen tag hindurch, das mich ge-
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freüwt, das heüt nit in Grüenenberg
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gangen. Gleichwohlen ward ich nach
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Mittag durch ein von dar kommendes
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Mensch berichtet, das Herr Johannes Gretsch von
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Cell dorten geweßen, vnnd daß xxxa er
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vermeint mich dorten anzutrefen:
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Haben also die gute Schwösteren meiner
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auch erwartet. Ich werde aber nit
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ausßbleiben, vnnd was iezt nit geschehen
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können, ein ander mahl ersezen.
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Den 7. Ianuarii. Nach deme der kalte biß-
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oder Oster-Wind die ganze Nacht durch mit
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starkem braußen getoben, hatt er auch
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den ganzen Morgen, vnnd vbrigen tag mächt-
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ig sich geüebt, vnnd erschröklich kalt
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ge-

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: ich.