Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

5. Januar 1694 · Seite 91v · Scan 207
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[091v] 1694 a
Zeilen 12–14
Clingencellenses diem Veterem Nativitatis Christi non colunt.
(lat) Die Leute von Klingenzell ehren den ehemaligen Gedenktag der Geburt Christi nicht.
Zeilen 31–32
Sanguis equorum emissus.
(lat) Die Pferde werden zur Ader gelassen.

Transkription

Ianuarius
1
riert, vnnd das Versprechen bekommen,
2
das er wenigist 2 wo nit 3 Creüzer
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außwechßelb werde bringen: wolle aber
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ordenlich wider berichten, sonderbar weilen
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es so lange Zeit darzu seÿn worde, namm-
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lich bis auf Mariæ Magdalenæ. Ich hab
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ihmec offeriert ein Gläßlin brandt Wein,
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oder sonst ein Trunk, oder das Mittag-Esßen
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mit mir Zunemmen: deren keines ihme be-
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lieben wollen, sonder er ist gleich wider abge-
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ritten, vnnd auf Mammeren gekehrt.
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Dißen Morgen wartete ich mit meiner
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Mesß biß vber 9 Vhren, in Meÿnung, eß
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werde villeicht Herr Statthalter zu Clingenzell,
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weilen heüt der Lutrischen Heiligen Wyenacht-
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tag1 ware, wider ein Heilige Mesß verlangen.
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Ich wolte auch, vnnd war eben im befehlen,
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das einer vnßerer Knechten sollte auf
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Clingenzell laufen, vmb zuerfahren,
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ob Herr Statthalter selbsten celebrieren
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könte, oder ob er ein Heilige Mesß anderwerts
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har verlangte. Vnnd als ich im fragen
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ware, sagte mann mir, das die Clingen-
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zeller heüt getröschet. Worüber ich geant-
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wortet, so werde dann niemand ver-
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langen Mesß zuhören, vnnd bin ich hiemit
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bÿ Hauß gebliben, vnnd hab bald darauf
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celebriert.
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Den Tag haben vnßere Karrer, weilen
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heüt der alte St. Stefans Tag2 ware, vn-
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seren Pferdten wollen zu Ader lasßen. Welches
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ich ihnen zugegeben, vnnd weilen Meister Conrad
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Geüggis der Schmidt zu Eschenz krank,
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haben sie den Meister Hanß Spenni von

Anmerkungen

a Texteingriff durch Edition am Seitenrand. Rekonstruiert: "1693" durch "1694" ersetzt. Irrtum des Autors.
b Unsichere Lesung.
c Unsichere Lesung.
1 Die von Papst Gregor XIII. verordnete Kalenderkorrektur vom Oktober 1582 verschob den damals gültigen Julianischen Kalender um zehn Tage, und zwar folgte auf den 4. Oktober direkt der 15. Oktober. Die Schweizer Kantone passten sich ab 1584 dem neuen Gregorianischen Kalender zu unterschiedlichen Zeitpunkten an. Zürich folgte anfangs 1701Bibliografie
2 Die von Papst Gregor XIII. verordnete Kalenderkorrektur vom Oktober 1582 verschob den damals gültigen Julianischen Kalender um zehn Tage, und zwar folgte auf den 4. Oktober direkt der 15. Oktober. Die Schweizer Kantone passten sich ab 1584 dem neuen Gregorianischen Kalender zu unterschiedlichen Zeitpunkten an. Zürich folgte anfangs 1701Bibliografie