Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

4. Januar 1694 · Seite 90v · Scan 205
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–4
[090v] 1694 a Franciscanus adveniens, cum Eleemosyna dimissus.
(lat) Ein Franziskaner trifft ein und wird mit einem Almosen entlassen.
Zeile 16
Venti.
(lat) Winde.
Zeilen 22–24
Famuli per ferias Luteranorum ad sua abeunt.
(lat) Die Dienstleute besuchen während den lutherischen Feiertagen ihre Familien.
Zeile 28
Turbo.
(lat) Sturm.

Transkription

Ianuarius.
1
Auf den Abend erst gegen fünf Vhren ist
2
ein Franciscaner, die Wir Zokulanten
3
namsen ankommen, vnnd Nacht herberig
4
bÿ vnß gesuecht. Ich wollte ihme gern
5
gewillfahret haben: allein vnßer Hauß
6
war fürb solche vnbekante Gäst eben
7
nit bequemm: derentwegen ich thunlicher
8
erachtet, ihme ein ehrlichen Zehr-Pfen-
9
nig zugeben, vnnd wider zu entlasßen.
10
Gab ihme hierüber ein Stozen mit Wein,
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die er zimmlich geschwind aussgetrunken,
12
mit einem ehrlichen Stuk brodt, vnnd
13
15 Kreuzer an Gelt, vnnd liesß ihme den
14
Weeg Zum Wÿhrtshauß denc Cronen
15
weißen, etc.d
16
Den gantzen Tag durch hatt der Wind stark
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gebraußet, vnnd aber sonderlich gegen der
18
Nacht wider heftiger angesezt, vnnd selb-
19
ige nit wenig beunrüehwiget.
20
Weilen auf Mornderigen tag die Luterische
21
Feÿrtag einfallten, vnnd also 4 Feÿr-
22
tag, namlich Sonn- Monn- Zinstag
23
vnnd Mittwochen Epiphaniæ Domini, zu
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halten waren, haben ettliche von vnseren
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diensten vrlaub genommen, die ihrige vnder
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desßen zubesuechen: so ich gern zugegeben.
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Den 4. Ianuarii. Nach demme der Wind die gantze Nacht
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vnaufhörlich gestürmet, vnnd vill Schnee
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in daß Hauß (mehr, als noch iemahlen)
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geworfen, auch bis gegen 10 Vhren des Tags
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also fortgesezt, ist er endtlich still worden,
32
vnnd den vberigen Tag zimlich rüehwig ge-
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lassen,

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor am Seitenrand. Nicht lesbar: "1694" eingefügt.
b Texteingriff durch Edition im Text. Sichere Lesung: "warfür" durch "war für" ersetzt.
c Unsichere Lesung.
d Unsichere Lesung.