Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

9. August 1694 · Seite 257r · Scan 542
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Zeile 1
[257r] 1694

Transkription

Augustus
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wider zu Bett, vnnd verbleibte vast ganzen
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tag darinn. Vnnd weilen ich ganz kein
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Appetit zu Speiß vnnd Trank hatte, nam
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ich anders nichts als fünf brüelin den
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ganzen Tag hindurch, vnnd derena nit mehr,
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als iedes mahl etwann 10 Löfelin.
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Hab nach Mittag gegen 3 Vhren etwas milt-
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erung verspührt, doch nit vill: vnnd dann
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wider ein starken Schweisß gebraucht etc.
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Der ganze heütige Tag war ganz gut vnnd
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warm. Nach Mittag beziehete sich der Himmel
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mit etwas timmerem Gewülk, vnnd
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war erschröklich heisß. Auf den Abend
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ward daß Gewülk sterker, vnnd treuw-
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ete Vngewitter: ist doch still gebliben, bis erst
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gegen der Nacht, da es angefangen zuwinden.
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Den 9. Augusti. In der Nacht vmb 12 Vhren fieng es
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an stark zu blizgen, vnnd zimlich zu tund-
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eren, so aber nit lang gewährt, vnnd gab
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auch ein zimblichen Reegen. Nachgendts legte
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ich mich in einen Schweisß, desßen ich mich in
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ein Stund gebraucht. Am Morgen vmb
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5 Vhren als ich aufgestandenb, befande
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ich mich etwas besßer als gester, vnnd
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rüstete mich zur Heiligen Mesß, die ich vmb halber
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7 Vhren verrichtet: nach welcher ich mich nit
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vill occupiert. Sonsten war diser
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Morgen still, blikte mithin die Sonne her-
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vor, vnnd heiterte der Himmel.

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.