Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

2. August 1694 · Seite 254r · Scan 536
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[254r] 1694
Zeilen 9–10
Pater Marianus Constantiam profectus.
(lat) Pater Marianus reist nach Konstanz.
Zeilen 16–17
In rationibus vini errorem reperit.
(lat) Bei der Abrechnung des Weins findet er einen Fehler.
Zeile 22
Mendicus superbus.
(lat) Ein arroganter Bettler.

Transkription

Augustus.
1
Den ersten Augusti. Hatten Wir ein ganz
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stillen Morgen, mit schönem Sonnen-Schein etc.
3
Den Tag hatte Herr Landtvogt den Schwer Tag
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zu Stekenbohren (war 1. Dominica Mensis) dahin
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auch vnßere Eschenzer nach altem brauch
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sich verfüegt, ihre Pflicht abzulegen.
7
Vor Mittag ist Hanß Bach ankommen, mit
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deme ich angefangen die Spicher Rechnung zu
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vbergehen. Hatt mit vnß zu Mittag gespisen.
10
Nach Mittag verreiste Herr Pater Marian auf
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Constanz einzig, zu fuesß: hatte das be-
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ste Wetter darzu, so auch den ganzen
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vbrigen Tag geharret.
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Den 2. Augusti. War der Morgen schön, gegen Mittag
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mit Gewülk, vnnd auf den Abend Ree-
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gen. Heüt rechnete ich mit Küefer Jo-
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hannes Weber, vnnd fand im Wein ein
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starken Mangel, könnte auch nit wüssen,
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wo der fähler stekete; müsste also mit
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langera Gedult mich dahin schiken.
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Auf den Abend kam ein hofertiger bettler,
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mit einem zimmlich suspecten brief, dem
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ich, die Wahrheit zubekennen, ganz nichts
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guts getrauwet: Iedoch liessb ich ein Zür-
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richer ßschillingc, vnnd vast ein halb Pfund
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brodt ihme geben: da fande er, daß
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ohngefahr

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "gab" durch "liess" ersetzt.
c Unsichere Lesung.