Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

27. Juli 1694 · Seite 251r · Scan 530
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[251r] 1694
Zeilen 3–4
Colloquium de delineando Dominio Eschenz.
(lat) Unterredung über die Zeichnung der Herrschaft Eschenz.
Zeilen 14–15
Prandent omnes in Freudenfels.
(lat) Sie essen alle in Freudenfels zu Mittag.
Zeilen 22–24
Pater Œconomus in Clingencell invisit nos, nobiscumque cænat.
(lat) Pater Statthalter von Klingenzell besucht uns und speist mit uns zu Abend.
Zeilen 27–28
Turbo messem turbat.
(lat) Der Sturm bringt die Ernte durcheinander.

Transkription

Iulius
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bild hauwer, FeldMesßer etc. von Stekbohren,
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mit sich bringend ein Stüklin Gemäld, so
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er gemacht, vnnd erbietend sicha, vnsere
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Herrschaft in Grund zulegen, darfür
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er 50 thaler erforderte. Ich hab
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von diser Materia neüwlich mit ihme zu
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Mammeren geredt, da er mit nechstem
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mir ein Antwort zubringen versprochen,
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vnnd iezt thuen wollte. Mir war der
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Preÿß der 50 thaler gar zu hoch, sonsten
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die Wahrheit zubekennen, das Werk
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mich sehr erfreüwt hette: vnnd hab deret-
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wegen ihme geantwortet, ich wolle mit
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nechstem mein herrschaft darumben
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berichten, sorge aber wohl, der Preÿß seÿe so
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hoch, das nichts darauß werde. Hab
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nachgends sie alle zum Mittag Esßen,
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darbÿ nichts anderst, als wie wir in
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gemein hatten, aufgestellt, eingeladen,
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darmit sie ganz wohl content geweßen,
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vnnd gegen 2 Vhren wider nacher Hauß
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entlasßen. Auf den Abend
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da Wir schon bim Tisch waren, ist Herr Statthalter
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von Clingenzell ankommen, denn ich zu
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vnß an Tisch sizen lasßen, vnnd hatt er
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sich mit vnß bis vber 8 Vhren geduldet,
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da, wie oben gemeldt, der Sturm angangen,
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vnnd er wider in sein Probstÿ, wir aber
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alle nach kurzem zur Ruhe gangen. Nota Bene.
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Den 28.

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "t" durch "sich" ersetzt.