Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

23. März 1694 · Seite 162v · Scan 353
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Zeile 1
[162v] 1694
Zeilen 10–13
Pater Œconomus vetat defunctam Lutheranam mulierem in Eschenz sepeliri .
(lat) Pater Statthalter verbietet, eine verstorbene lutheranische Frau in Eschenz zu begraben.

Transkription

Martius.
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Saamen hetten bekommen können, wann
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nit die Herrschaft ihnen wer bÿgesprung-
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en, vnnd were folgends das Feld vnange-
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blüembt gebliben, auf diß der Zehendtem vmb
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gar vill geschmäleret worden etc.
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Den 23. Martii. Sahen wir am morgen,
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das die Nacht hindurch ein zartes Regelin
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gefallen, vnnd hatt sich der OberWind in
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etwas gesezt. Gegen 9 Vhren
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bin ich berichtet worden, das Stabhalter
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Hanß Bach die gester im Sangi ver-
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storbne Evangelische Persohn in der Ze-
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hendt-Scheür versorget, vnnd werde
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mann selbige Zu Eschenz vergraben.
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Ich wüsste von dem Mund dera abge-
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leibten Mueter ihrer Kinderen, das
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sie nit Catholisch, sonder Evangelisch, vnnd
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vermeinte hiermit, sie nit zu Eschenz,
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sonder auf Burg sollte vergraben
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werden (Herr Pater Marian hatte mit mir
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gleiche Meÿnung).b Schikte derentwegen
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dem Hanß Bach ein Zedelin, vnnd re-
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sentierte erstlich, das er ohne Wüsßen
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meiner sie in vßer Zehendt-Scheür
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gelegt, als welches der herrschaft ein
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inngrif vnnd hiermit vnrecht gethan
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seÿe. So dann weilen sie vncatholischer
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Religion geweßen, soll er verschafen,
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das sie nit zu Eschenz, sonder auf Burg
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laut verglichs, vergraben solle werden.
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Als

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Texteingriff durch Edition im Text.: "." eingefügt.