Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

22. März 1694 · Seite 162r · Scan 352
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[162r] 1694
Zeilen 4–5
Ioannes Iacobus Traber satisfacit pro ablatis lignis .
(lat) Johann Jakob Traber leistet Genugtuung für den Holzdiebstahl.
Zeilen 22–24
Eschenzii avænam et hordæum precantur pro seminandis agris .
(lat) Die Eschenzer bitten um Hafer und Gerste für die Aussaat.

Transkription

Martius
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dienst das obere Sigenthal mit Haber
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angesaët, vneracht der kalte Nordwind
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wohl etwas verhinderlich geweßen.
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Vor vnnd Nach Mittag hatte ich vnderschidliche
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Audientias, deren die meiste den Hanß
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Jogli Traber Murer angetrofen,
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so im Holz etwas gefreflet: demme ich
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getreüwet, ihne auf ofentlicher Gemeind
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zu ofenbahren vnnd allen ein Augen Spieg-
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el zumachen; welches er geförchten,
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vnnd derentwegen der Gnaden begehrt,
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die ich ihme nit abgesagt, vnnd die Straf
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in ein Gelt-buosß 2 Gulden gestellt etc.
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Der kalte beiß-Wind blaßete in dessen
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vnaufhörlich, vnnd brausete darzu
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mit Ernst bis in die eitele Nacht,
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bÿ gleich wohl ganz bezogenem Himmel,
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war auch sehr kalt, doch das Erdtrich,
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vnnd alles zimmlich wohl ertrochnet,
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das mann darvon dem Reebstok
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nit vill vbles sorgen wollen.
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Heüt hatten die Eschenzer mich angefang-
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en mit Anhalten vmb Samen-Gersten
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vnnd Haber zu plagen: dennen ich, so
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gut ich können bÿ gesprungen, doch
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ettliche mithin ernstlich gefilzet, das
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sie andere jahr Samen empfangen,
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vnnd den noch heütiges Tags noch
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schuldig seÿen. Eß war aber disere
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Zeit so ellend, das die meiste kein
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Saamen

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