Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

24. Januar 1694 · Seite 113v · Scan 253
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–4
[113v] 1694 Steinensium querela contra capturam Anatum in nostra Iurisdictione.
(lat) Die Klage der Steiner gegen die Entenjagd in unserem Herrschaftsgebiet.
Zeilen 24–26
Ius vicarium et mutuum Steinensium et Eschenz in aucupium anatum.
(lat) Das stellvertretende und gegenseitige Recht der Steiner und Eschenzer bei der Entenjagd.

Transkription

Ianuarius.
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Stein mir erstlich den Gruosß abgelegt, her-
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nach aber geklagt, das vnßer jeger ihme
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gestrigen Tags, als er auf den Abend auf
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die Enten im Rhein gelusteret, vnnd ein
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oder die andere geschosßen, Theils mit Worten,
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theils mit vngebührender Manier ernstlich
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zugeredt, also das bald etwas anders er-
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folget were: vnnd darbÿ vermeldt, es
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müsße bÿm Tausendt Sacramenta ein
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anders seÿn etc. Nunn habe er diße Ge-
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schicht vor seinen Gnädigen herren vnnd Oberen
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erzellt, die sich ab solcher vngestümm deß
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jegers sehr verwunderet, vnnd nit glau-
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ben wollen, das solches auß meinem befelch
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geschehen; in dem mir bekannt seÿn werde,
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daß vor dißem, als der junge Herr Hanß Conrad
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ein Reigel geschosßen, dißen Reigel ihme
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vnnd gesagter Ezwÿler darüber in buosß
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gezogen sollen werden: so habe mann
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dorten vnßers Seits dahin sich erklärt,
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das wann die herren von Stein den Eschenz-
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eren in ihren Gerichten solches Schiesßen ge-
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statten wollen, werde mann auch von Seiten
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Eschenz dennen von Stein in gleichem den
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Zugang nit spehren. Worauf ein loblicher
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Magistrat zu Stein sich reversiert, vnnd
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werde selbiger Revers hier im Schlosß
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ligen; hierüber aber kein anderer be-
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richt vor ihren herren nit eingelofen,
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vnnd also er vnnd andere vermeint, es
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werde darbÿ sein Verbleiben haben,
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waß

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.