Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

10. Oktober 1693 · Seite 23v · Scan 65
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Latein:
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[023v] 1693
Zeilen 4–5
Antonius Zelling advenit in refrigerium.
(lat) Antonius Zelling kommt zur Erholung.
Zeilen 18–19
Vindæmiæ in Freudenfels absolutæ.
(lat) Die Weinlese in Freudenfels ist beendet.
Zeile 22
Tenues certè.
(lat) Sie fiel sehr mager aus.

Transkription

October.
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Stuk zimmlich voll, vnnd gab noch etwas,
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darumb wir dem Lieben Gotta billich zu-
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danken hatten. Auf den
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Abend ist Antoni Zelling, ein Söhnlin
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ankommen, sich ettliche Tag hier in der
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Recreation aufzuhalten. Der
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Tag war schön vnnd warm, auch der
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Abend nit sonder kalt.
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Den 10. Octobris. Am Morgen zimmlich frühe
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streichete ein nit sonders kalter Luft,
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vnnd war der Himmel vom Gewülk
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vast vber al bedekt. Vnnd nachgends
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währte diser den gantzen Tag, machte
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mithin Reegen, mithin Sonnen-Schein,
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doch ware er meisten Theils frisch. Wir
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aber desßen vneracht, fahrten im Wimmlen
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fort, vnnd bemüheten vnß nit allein
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die Fechtnauw, sonder auch die Rütti ein-
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zuwimmlen: wie wir dann auf den Abendt
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mit allem fertig worden, aber leider gar
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wenig gesamblet, dann die Fechtnauw
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mehr nit dann 10,5 Gelten, die Rütin
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aber nur 2 Gelten geben, vnnd wann
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wir nit gefürderet, hetten wir noch weit
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weniger bekommen, weilen theils die Vögel,
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theils die Leüt sehr vill verderbt oder
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vertragen, vnnd eben nichts sichers ge-
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weßen. Welches so ich nit gesorgt
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hette, were mir vor dem Monntag,
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den 12.

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "Gotte" durch "Gott" ersetzt.