Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

17. September 1693 · Seite 11r · Scan 38
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–2
[011r] 1693 At ista negatur.
(lat) Aber dieser wird verweigert.
Zeilen 9–10
Petunt sibi elocari decimas Rabbarum.
(lat) Sie bitten darum, dass ihnen der Rüben-Zehnten verliehen wird.
Zeile 12
Et nihil respondetur.
(lat) Es wird noch nichts geantwortet.
Zeilen 17–20
Exprobratur ipsis infidelitas anno praeterito in solutione Decimarum facta.
(lat) Ihnen wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr bei der Bezahlung der Zehnten einen Betrug begangen zu haben.

Transkription

September.
1
daß sie einiges Nachlasßes sich nit trösten
3
ihnen diß heiter vorgesagt, gewahrnet
4
vnnd ermahnet (ehe mann mit ihnen
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contrahiert) daß sie kein Nachlasß
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forderen sollen, vill weniger zuhofena sollen
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haben. Werde also ich bÿ demselben
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gänzlich verbleiben, vnnd nit ein Körnd-
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lin weichen: Sie betteten endtlich,
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das wenigist ihnen den Rüeb-Zehendten
11
verlehnen solle: ich aber antworte-
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te, das es noch etwas Zu frühe, vnnd
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könne mann dermahlen noch nit sehen,
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was etwann der Zehendten möchte werth
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seÿn: werde also diß bis in 14 Tag oder
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3 Wochen eingestellt seÿn lasßen.
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Auf diß hin haltete ich ihnen vor, daß
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sie verwichenes jahr im Zehendten nit
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aller dings treüw vnnd ehrlich sich
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verhalten, in dem sie vnder dem Kernen
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auch Roggen gemischlet: welches ein
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Sach seÿe, die vor der Oberkeit vbel
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töhnen worde, wann es dahin
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kommen sollte. Sie entschuldigten
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sich, wüsßen ganz nichts darvon,
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vnnd möcht villeicht ihnen vnwüssend
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geschehen seÿn. Ich widerlegte, das
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ich grundtlich berichtet seÿe, das sie
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nit nur eine, sonder mehr Garben Roggen
30
vnder

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "zuhofen" eingefügt.