Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

28. Juli 1693 · Seite 14v · Scan 45
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[014v] 1693
Zeilen 14–17
Exprobratur Praefecti Frauwenfeldensis processus in haereditate Papyrarii.
(lat) Dem Landvogt von Frauenfeld wird sein Vorgehen in der Angelegenheit der Erbschaft des Papierherstellers vorgeworfen.

Transkription

September
1
Strauws vnnd heüws angreifen wollen,
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deren er keintweders erlasßen wollen,
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mit vorwand, es gehöre dem Gotts-
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hauß. Nunn were er gern abezahlt,
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vnnd zweifle er, ob dißem allem also,
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wie er vorgeben. Pette mich, wann es
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dem Gottshauß gehört, etwann auch
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zu verschafen, das ihm das seinige auch
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werde. Etc. Ich antwortete, wolle
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der Sach nachschlagen, vnnd so Heüw oder
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Strauw vorhanden, wolle ich sehen, wie
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etwann möchte geholfen werden etc.
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Ich beklagte mich auch, vnnd rupfte ihme
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vor, das er neüwlich des Papÿrers
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in der Plassischen Papÿr Mülli1, so gestorben,
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Verlasßenschaft so eÿlfertig ohne vor-
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wüsßen meiner, als des Grichtsherren,
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an sich gezogen, mit Vor wand des Vahls
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vnnd des Abzugs: Mann wüsse wohl, das
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ieder Grichtsherr dem Landt vogt nichts
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vertädigen soll, vnnd wann etwas der-
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gleichen vorfallt, dem Landtvogt der Vahl
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vnnd der Abzug gebühre: allein hette die
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vbrige Verlasßenschaft nit dem Herrn Landt-
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Vogten, sonder dem Grichtsherren gebührt zu-
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versorgen, gleich wohl mit Reserva, das
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dem Landtvogt der Vahl vnnd der Abzug ge-
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folgen solle. Weil nunn aber der Grichts-
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herr dermahlen auf ein Seiten gesezt worden,
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hab

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
1 Die Geschichte der Papiermühle Eschenz ist noch nicht geklärt. Zu Dietrichs Zeit befand sie sich im Besitz des Klosters Einsiedeln und wurde zweimal verliehen. So am 19. Mai 1679, als sie von Abt Augustin II. an den Arzt Johann Kaspar Blass aus Stein am Rhein als Erblehen übertragen wurde, und am 10. Mai 1693, als sie von Abt Raphael an Hauptmann Friedrich Harder aus Eschenz verliehen wurde, der auch Wirt des Gasthauses Krone gewesen war. Bei Hans Buser handelt es sich wahrscheinlich um einen der Betreiber, er ist ungefähr im August 1693 verstorben (KAE Summarium Amt C, Bd. 4_789 und Dietrich, Bd. 15). - Gemäss freundlicher Mitteilung von Michel Guisolan (Mail vom 13.01.2020) sind in folgenden Dokumenten und Publikationen weitere Hinweise auf die Papiermühle Eschenz zu finden: Winz-Chronik (Stadtarchiv Stein am Rhein: Bü 15-32, so in 28_153, 29_238, 31_447, 32_480). Manuskript von G. Goerlipp: Die Fürstenbergischen Papiermühlen, 7 Seiten, Stadtarchiv Stein am Rhein, Sig. 513. Manuskript M. Spalinger: Die Papiermühle zu Eschenz, Stadtarchiv Stein am Rhein, 1 Seite, Sign. 514. Publikation von H. Nater: Die alten Mühlen im Thurgau, Weinfelden 1971. Publikation O. Stiefel: Die Mühlen in Stein am Rhein. In: Schaffhauser Jahrbuch 1, 19 Seiten, Thayingen 1926.