Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

12. September 1693 · Seite 9r · Scan 34
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Marginalien dieser Seite

Zeilen 1–5
[009r] 1693 Quæstores Ecclesiarum in Burg in rationibus officii divisi, concordantur.
(lat) Die Pfleger der Kirche in Burg, die wegen einer Amtsrechnung aneinandergeraten sind, werden versöhnt.
Zeilen 10–12
Benedictus Geuggis lignarius lectulum præparat Patri Œconomo.
(lat) Der Schreiner Benedikt Geüggis stellt Pater Statthalter ein Bettlein her.
Zeile 15
Ventus frigidus.
(lat) Kalter Wind.
Zeile 19
Ventus validus.
(lat) Starker Wind.
Zeile 24
Continuat.
(lat) Er hält an.

Transkription

September.
1
Den 11. Septembris. Kamen vor mir beide Kirchen-
4
etwas streitiger Rechnung: dennen ich eben
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die Rechnung, welche Herr Balthasar Büel
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vermeinte irr zu seÿn, aufgeschlagen,
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auf die Kreiden genommen, vnnd recht be-
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funden: darüber ich sie wider entlasßen,
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vnnd den vbrigen Tag rüehwig gebliben.
10
Nach Mittag hatt Meister Benedict Geüggis
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in meinem Zimmerlin mir ein bettstätt-
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lin aufgeschlagen: darfür ich 6 Gulden bezahlen
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müsßen, vneracht es nur von dannenem
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Holz vnnd ganz einfältig geweßen.
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Heüt den ganzen tag wähete ein kalter
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Zwerch wind, der am Morgen Reegen
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gegeben, nach Mittag aber zwar trochen,
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iedoch gewülketes Wetter gemacht.
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Durch folgende Nacht hatt es Zimmlich stark vn-
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aufhörlich gewindet, darunder auch ettlich
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Mahl Reegen, doch nit stark, herunder ge-
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fallen, also das das Erdtrich zimmlich wohl
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erfrischet worden.
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Den 12. Septembris. Hatt der Wind continuiert, vnnd zwar
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zimmlich stark, darunder mehrentheil Sonnen-
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Schein geweßen. Die Nacht durch hörte er
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nocha nit auf, vnnd wähete vast vnauf-
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hörlich.
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Den 13. Septembris

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "d noch" durch "noch" ersetzt.