Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

7. September 1693 · Seite 7r · Scan 30
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[007r] 1693
Zeilen 9–10
Eschenzii iuvenes licentiam choræarum petunt.
(lat) Junge Leute von Eschenz bitten um Erlaubnis für Tänze.
Zeile 13
Conceduntur.
(lat) Dies wird erlaubt.
Zeile 17
Concursus vicinorum.
(lat) Zusammenströmen der Nachbarschaft.
Zeilen 26–29
Ioannes Ysler et uxor Jacobi Weydmann controversi de verbis iniuriosis.
(lat) Johannes Ysler und die Ehefrau von Jakob Weidmann sind wegen Scheltworten aneinandergeraten.

Transkription

September.
1
dem anderen aber difficultierte ich sehr, vnnd
2
wolte nit gern bÿ so herber Zeit solche Vbbig-
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keit zugeben. Nach demme aber mann mir
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verdeütet, das Härderen, Mammeren vnnd
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andere benachbarte solches an ihrer Kilbi
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zugegeben, lupfte ich die Achsel, vnnd hoffte
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desßen verwilligung desto belder werde können
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verantwortet werden.
9
Den Tag Nach Mittag kamen zweÿ junge Knaben
10
von Eschentz, vnnd halteten selbsten vmb das
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dantzen an: dennen ich erstens starke diffi-
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cultet gemacht, endtlich aber auf ihr ein-
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ständiges Anhaltena, es verwilliget, doch
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erst nach Mittag, vnnd nit lenger, als bis
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zu der bettgloken. Mir kam selz-
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am vor: sie kamen blosß von mir, da
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geschach ein Schuz, vnnd darauf noch ettliche,
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vnnd siche da zieheten von Mammeren
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ganze Compagnien Knaben vnnd Meitlin
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mit einem Trommen nacher Eschenz, danzten
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dorten bis zu Gnüegen, vnnd kehrten erst in
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eiteler Nacht wider zuruk. Eß war
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aber nit so glükseelig, daß nit vnglük
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darunder mitgelofen, darvon der buossen
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Rodel kan gesehen werden.
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Den 7. Septembris. Citierte ich vor mich, vnnd seÿnd
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auch erschinen Hans Ysßler, vnnd Hans
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welche wegen eines Marksteins, vnnd
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geschechener Scheltung etwas Handels hatten.
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Ich

Anmerkungen

a Korrektur durch Autor im Text. Unsichere Lesung: "Anhaltes" durch "Anhalten" ersetzt.