Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

30. Oktober 1694 · Seite 307v · Scan 643
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[307v] 1694
Zeilen 17–18
Pater Wolfgang Pfefficonae appulsus.
(lat) Pater Wolfgang kommt nach Pfäffikon.
Zeilen 26–27
Pater Iosephus suos invisit Rapperswilæ.
(lat) Pater Joseph besucht die Seinen in Rapperswil.

Transkription

October.
1
Herren im Hauß mich ganz freündtlich bene-
2
ventiert, vnnd anderst nit, als Subpriorem titu-
3
lieren wollen. Ich wüsste, das Ihre Fürstlich
4
Gnaden darum einige Gedanken gemacht, massen
5
Sie diß mir schriftlich verdeütet. Jedoch
6
war ich der hofnung, es worden Sie in An-
7
sehung meiner ganz wichtigen beschwärden,
8
welche ich iüngst Ihro vberschriben, ein andere
9
Reflexion machen, vnnd dißer mir gewüsß
10
vnerträglichen burdi entladen. Wollte
11
also disen Ehren-Titel nit annemmen, sonder nam
12
das mindere Ohrt, vnnd wollte anderst
13
nit, als wie ein Gast geachtet seÿn. Wir
14
continuierten das NachtEssen bis vber 8 Vhren;
15
hernach brachten wir die Zeit zu in freündtlichem
16
Gesprachs, bis gegen 9 Vhren, wo alle zur
17
Ruhe gangen. In der Nacht ist Herr
18
19
langt, von Zürrich komend wo er ettliche
20
Mund-Mittel eingekauft, die er auch auf
21
Pfefiken bingen lasßen. Weilen er so spath
22
kommen, müsste der gute Herr ohne Erquikung
23
sich zur Ruhe begeben. In der
24
Nacht gab der Himmel etwas wenig Reegens,
25
vnnd brausete ein zartes vnder Windlin.
26
Den 30. Octobris. Am Morgen vmb 6 Vhren gieng ich
27
auf Rapperschweil, dorten die meinige zu-
28
besuechen. So bald ich auß dem Schlosß Pfefi-
29
ken komen, regnete der Himmel ganz zartlich:
30
welches mich von meiner Intention nit ab
31
wenden

Anmerkungen

Keine Anmerkungen auf dieser Seite.