Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

30. Oktober 1694 · Seite 308v · Scan 645
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[308v] 1694
Zeile 9
Proficiscitur in Eremum.
(lat) Er reist ins Kloster.
Zeile 13
Turbo multus.
(lat) Viel Wind.
Zeilen 23–24
Salutat Beatam Virginem in Sanctissimo Sacello.
(lat) Er begrüsst die Mutter Gottes in der Heiligen Kapelle.

Transkription

October.
1
Rukkehr mich ganz ernezt, vnnd sonsten
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wohl schwäre Cataren verursachen möchte.
3
Eß war nunn geschehen. Vber ein
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kurzes sizten wir zu Tisch, vnnd ward
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ich ganz wohl gehalten. Gegen halber
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1 Vhren endeten wir selbigen, vnnd machte
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ich mich reißfertig, vnnd sizte iust vmb
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1 Vhr zu Pferdt, bÿ noch trochenem
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Himmel. Eß begleiteten mich der Sperreüter
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vnnd der Laggeÿ, beide zu Pferdt, so gester
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Pfeffiken gebracht. Als wir auf die Lue-
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geten, vnnd sonderlich auf das Erle kommen,
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ist der Zwerch-Wind eben erschröklich angangen,
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vnnd wähete darzu vill Schnee vnnd Reegen
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vnß in die Seiten. Bÿ welcher vngestümme
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wir bis das wir zu Eynsidlen ankamen, reisen
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müsten: so sonderlich auf ofener Strasß
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(dann im Wald der Wind etwas abgehalten
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worden) vnß mächtig zugesezt, also das ich
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mehrmahlen mich beforchtet, vom Pferdt zu-
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kommen. Als wir zu der Brüel Porten
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kommen, bin ich abgesesßen, vnnd in die Heilige Ca-
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pell gangen, dorten ich auf meine Knÿe nider-
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gefallen, vnnd der Mueter Jesu mein An-
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kunft vnnd hierbleiben, auch mich ganzen Kindt-
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lich anbefohlen. Ich gieng darüber in
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das Gottshauß, ward erstens von Herrn Patri Kuchi-
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meister salutiert, vnnd in ein Zimmer geführt,
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mich auszustiflen: vnnd vermeinte ich noch in
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das Heilige Salve zukommen, bin aber wegen meiner
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S. V. Schuechen, so der Laggeÿ mir etwas gerächersa
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zuge-

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.