Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

26. Oktober 1693 · Seite 31v · Scan 81
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Zeile 1
[031v] 1693
Zeilen 16–18
Sanctimoniales ex Gruenenberg monent afferendas brassicas.
(lat) Die Klosterfrauen von Grünenberg mahnen uns, den Kabis abzuholen.
Zeilen 29–30
Henrico Diener dantur testimoniales morum.
(lat) Heinrich Diener wird ein Zeugnis seines Wohlverhaltens gegeben.
Zeilen 34–35
Præco in Burg agit gratias pro donatis Decimis Vini in suis vitibus.
(lat) Der Praedikant von Burg dankt für den Erlass des Weinzehnten von seinem Weinberg.

Transkription

October.
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juchert Reeben. Ist zwar wenig, doch
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ist der Wein guet, vnnd hofenlich wohl ge-
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segnet. Gott gebe, das er mit Freüwden möge
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genosßen werden.
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Der heütige Tag war widerumb gut, hell vnnd
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warm: es erzeigte aber sich ein aufstosßende
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Wulken, darauß wir Enderung des Wetters
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prognosticierten.
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Den 25. Octobris. War am Morgen fein Wetter, vnnd
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auch etwas Sonnen-Schein: aber nach Mittag
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hatt sich alles geenderet, vnnd gegen dem
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Abend ein Reegen geben: darzu ein zimmlich
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frischer Luft gestosßen, vnnd vast gantz
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folgende Nacht gewähet.
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Vmb Mittagszeit ist ein böttlin auß dem Grüenen-
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berg ankommen, mit einem brieflin, bericht-
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end, das daß Kraut oder Kabis in völliger voll-
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komenheit, vnnd derentwegen müsse abge-
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schnitten werden: vnnd werden die Schafhauser
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am Zinstag auch kommen. Möge also ich iemanden
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morgen oder am Zinstag schiken. Ich erachte-
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te, Thuenlicher were früher als später
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zu seÿn; erforderte derentwegen gleich vn-
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sere LehenFischer vor vnß, vnnd befahl ihnen
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das sie das Saurkraut oder Kabis auf morgen
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den 26. Octobris sollten abholen. Vnnd weilen
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Schwöster Agatha Gelt begehrt, hab ich ihren
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10 Reichßgulden gleich vberschikt.
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Nach Mittag ist Heinrich Diener wider vorkom-
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men, vnnd iezt ein förmlich Attestatum seines
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Wohlverhaltens begehrt: so ich ihme alsobald
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geschriben, gesiglet, vnnd zugestellt. Etc.
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Auf den Abend schikte Herr Prædicant ab Burg
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sein Magdt, mit einem Zedelin, bedankte
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sich

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