Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

5. Februar 1694 · Seite 123r · Scan 274
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[123r] 1694
Zeile 5
Vehitur in nostram domum.
(lat) Sie wird in unser Haus gebracht.
Zeile 12
Providetur Sancto Oleo.
(lat) Sie wird mit heiligem Öl versorgt.
Zeilen 19–21
Burgimagistri Eschenziani licentiam convocandi communitatem petunt.
(lat) Die Bürgermeister von Eschenz bitten um die Bewilligung, eine Gemeindeversammlung einzuberufen.

Transkription

Februarius.
1
vnnd brachte so vill Zu wegen, das sie sich
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wider in etwas roden können, sonsten aber
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von Anfang ware sie einer sterbenden
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ganz ähnlich. Eß kamen auch von
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Eschenz ettliche Männer mit Schlitten,
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darauf sie gesezt, vnnd allgemach
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in vnßer Hauß allhero geführt worden,
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Mann legte sie in ein Bett, erwermbte
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sie, vnnd thate, was nur gut seÿn möchte.
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Vnder desßen, weilen es geschinen, ob wollte
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sie verscheiden, ist Herr Statthalter von Clingen-
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zell cum Sanctissimo Viatico vnnd Sancto Oleo ankommen, vnnd
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sie (dann Sanctissimum Communionem zugeben war
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nit rahtsamb, propter vomitum, quod habue-
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rat, et quod omnibus sentibus plene destituta erat)
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mit dem Heiligen Oel gesalbet, vnnd gleich
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wider Zu ruk gekehrt. Eß scheinte auch
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bald, das es sich wider besßeren worde, etc.
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Gester hab ich vergesßen zu melden,
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das xxxa Hanß Bach Stabhalter dermahlen
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burgermeister hiesiger burgerschaft
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im Namen einer gantzen ehrsamben
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Gemeind angehalten, könftigen Sambs-
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tag die LiechtMesß-Gemeind zu-
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halten: so ich gern zugesagt.
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Denb Abend war widerumb gantz hell, vnnd
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kalt, vnnd sagte mann mir, das von
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zimmlicher Zeit nachen vnderschidliche Metheora
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am Himmel vnnd im Luft erschienen:
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so ich aber nit weisß zu describieren, bis
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ich

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Rekonstruiert: Herr.
b Unsichere Lesung.