Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

3. Mai 1694 · Seite 196r · Scan 420
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[196r] 1694
Zeilen 14–15
Pecus amissum falso creditur .
(lat) Ein Vieh wird fälschlicherweise für verloren gehalten.
Zeilen 26–27
Pater Œconomus medicina purgante usus .
(lat) Pater Statthalter wendet eine abführende Medizin an.

Transkription

Maius.
1
enfeld abgesandten abholen lasßen.
2
Eß wähete disen Abend der Oberluft noch
3
allezeit, doch nit sonders kalt, vnnd war
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der Himmel ganz hell.
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Den 3. Maii. Ist kein Reifen geweßen, vnnd
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schöner Himmel. Nach Mittag haben
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vnderschidliche Wind ein starkes Gewülk zu-
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samen getriben, welche Sorg eines starken
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vngewitters verursachet: so durch den
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mit starker vngestümme eingefallenen
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Oberwind wider veriagt, vnnd sehr kalt
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worden. Auch harrete disere ernstlichea
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Wind die ganze folgende Nacht hindurch.
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Nach Mittag kam Vnser Senn vnverse-
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hens daher gelofen, er habe ein Stüklin
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Vych verlohren, sorge es seÿe gestohlen
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vnnd entführt worden. Ich befahl
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alsobald alle dienst ausßzusenden, vmb
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zu erfahren, wo es möchte hingeführt worden
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seÿn, vnnd bettete so wohl ich, als andere
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Haußgenosßen Responsorium Sancti Antonii.
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Vber ohngefahr einer Stund seÿnd die
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dienst zuruk kommen, mit sagen, es haben
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sie diß Haüptlin wider im Wald gefunden:
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desßen ich Gott höchstes gedanket.
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Heüt nam ich ein Laxier Tränklin ein,
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so mich zimmlich ernstlich purgiert, vnnd den
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ganzen Tag einbehaltenb. In der
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Nacht gegen 9 vhren entstuende bÿ oder
30
vnder

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.