Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

8. Juni 1694 · Seite 194r · Scan 416
Hervorheben:
Latein:
Ansicht:

Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[194r] 1694
Zeilen 20–21
Finis huius mensis amabilis .
(lat) Angenehmes Wetter am Monatsende.
Zeilen 25–27
Paupertas grandis et pauperum miseria indicibilis .
(lat) Grosse Armut und unsagbares Elend der Armen.

Transkription

Aprilis.
1
hab ich per Expressum nach 1,5 tag zu Hohen
2
Emmingen erfragen vnnd den Pasß ihme
3
weisen lasßen, der aber nit wollen allhero kommen:
4
den Pasß aber hab ich ihme nit wollen ledigklich
5
vberlasßen, weilen darumb kein befelch
6
empfangen. Weil nunn der Termin
7
der 8 Wochen bald verflossen werde seÿn,
8
habe ich nothwendig erachtet, zu erinneren,
9
vnnd nichts zu versaumen. Könne mann
10
also mir befehlen, ob ich Frucht mehrerena
11
kaufen solle (im fahl Gelt erforderet werde)
12
oder aber den Pasß dem Griesßhaber vberschiken.
13
Der Pasß verwillige 100 Sek, so etwas zu
14
300 Zürricher Mütt seÿe etc. Hab Co-
15
pias litterarum bÿ mir ordenlich behalten,
16
weilen mann mir mithin meine brief
17
vnnd thuen vnnd lasßen iusta mente wider
18
alle meine Meÿnung außdeütet.
19
Der Abend war ganz gut mit hellem himmel.
20
Dißer Monat machte also ein herrlich schönes
21
End, waren die Velder meisten theils etwas
22
grüens, die Kirschi in völliger blühet,
23
vnnd alles anders in solcher Gestalt, das
24
mann ein gut jahr gehofet.
25
In der Armuet war diser Monat sehr
26
streng, vnnd behalfen sich die Arme mei-
27
sten theil mit Wurzen, welche sie in den
28
Ohretenb zusamen gesuecht, vnnd mit Wasser
29
gekochet

Anmerkungen

a Unsichere Lesung.
b Unsichere Lesung.