Kloster-Tagebuch von Pater Joseph Dietrich – Band 15

28. Januar 1694 · Seite 116r · Scan 258
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Marginalien dieser Seite

Zeile 1
[116r] 1694
Zeile 16
Furta varia huius temporis.
(lat) In dieser Zeit kam es zu verschiedenen Diebstählen.

Transkription

Ianuarius.
1
zu Frauwenfeld gehenkt seÿn, als bÿ seinen
2
Ordensbrüederen solchen Spott ausstehen.
3
Hab doch sich ganz willig darinn ergeben,
4
vnnd vngebunden, aber mit weinenden Augen
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ihnen gefolget: vnzweifenlich das er buosß
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thüe. Qui stat, videat, nè cadat.
7
Der heütige Tag war hell meisten theils, vnnd
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hatt die Kelte sich zimmlich, doch nit vberal
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xxxa gesezt. Auch auf den Abend ist der
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Himmel vber al erglanzet, vnnd lustig
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geweßen, selbigen anzusehen.
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Den 28. Ianuarii. Hatte ein feinen zimmlich lieblichen
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Morgen, mit in etwas bedektem Himmel,
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gantz rüehwig vnnd still, masßen auch die
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verwichene Nacht geweßen.
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Eß ist dißer Tag in Gintelhardischer herrschaft
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einem dörflin Herrhaußen geheisßen, ein
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vbler diebstahl geschehen. Eß hatte dorten
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ein baur 2 Pferdt im Stahl, eines ettlich,
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daß ander nur 3 jahr alt: vnnd war
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diser so sorgfeltig, daß er sein Stahl thür
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nit nur aüsßerlich mit einem Schlosß,
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sonder auch innerlich mit einem starken
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Nagel oder Rigel von Holz verstekt, vnnd
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hiermit sein Veÿch bestes verwart zu-
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haben vermeint. Vber die einte oder
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andere Nacht kombt ein dieb, welcher
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alle diße Rigel, nach demme er an
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dennb daß Schlosß verschlagen, zuöfnen
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gewüsst, nimbt erstlich das einte Rosß,
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hernach

Anmerkungen

a Streichung durch Autor. Unsichere Lesung: sich.
b Unsichere Lesung.